Familien Reise Abenteuer


Eurasien 2012-2014


Mongolei


Außergewöhnlich

„Heb` eine Million ab!“

 

„Was?“ fragt Simon ungläubig.

 

„Eine Million Tögrög.“                 

 

„Echt? ... Okay. Also wieviele Nullen muss ich jetzt eingeben?“

 

Um die 2000 Tögrog sind ein Euro, da muss man erstmal rechnen. Es gibt nur Scheine, keine Münzen. Das kleinste sind 10er Scheine - 0,5 Cent. Es wird lustig. Wir sind Millionäre.

 

Besuch des mongolischen Bankomats. Mindestens zehn Leute warten dicht gedrängt in der Reihe. Simon ist auch dabei. Während eine Frau noch auf das Auswerfen ihres Geldes wartet, gibt die nächste bereits ihre Geheimzahlen ein. Schlag auf Schlag. Aber es funktioniert.

 

Unser erstes mongolisches Bargeld haben wir jetzt.

 

Die Hauptstrecke von der russischen Grenze bis Ulanbatar ist Top. So eine hatten wir schon lange nicht mehr!

 

Wir biegen ins Landesinnere ab, der Teer bleibt erst, wird aber wackeliger.

 

Die Sonne scheint. Ein idealer Fluss-Tag.

Die Mongolen kommen an die Flüsse. Mit Autos, Familie, Wäsche und Waschschüsseln. Alles wird gleichzeitig gewaschen: Kinder, Wäsche, Fahrzeuge. „Komm, wir auch!“  Am Grau unseres Busses schrubbeln, Wäsche waschen, Noah geht sowieso rein und spielt mit den anderen Kindern.

Mein Campingstuhl wird sofort wie selbstverständlich von einem Nachbarn besetzt, als ich ihn nicht nutze. Erst muss ich zweimal hingucken, da sitzt so gemütlich jemand drin, Pulli überm Kopf als Sonnenschutz. Freundlicherweise achtet er darauf, wann ich in Stuhlnähe komme und springt dann immer auf. Aber ich will ja den Bus putzen, also hopst er immer wieder zurück in den Stuhl.

 


 

Flora und Fauna

 

Trockener Boden mit Gräsern und schönsten bunten Sommerblumen. Ich stehe in der weiten Steppe.

Plötzlich klappert es vor meinen Füssen. Im selben Moment schießt etwas Undefinierbares vor mir hoch in die Luft, bestimmt 4 Meter!

Ein flatternder Grashüpfer!

Später wunder ich mich, dass Simon sich ständig Zigaretten anzuzünden scheint - aber es ist eine Grille, die Zündgeräusche von sich gibt.

Überall huschen Erdmännchen umher. Und so süße aufdringliche Schmetterlinge haben wir noch nie kennen gelernt. Falken, Adler und Geier sind keine Ausnahme. Yaks auch nicht mehr.

Und wilde Ausrufe „Da! Kamele!“ gab’s nur bei unserer Erstentdeckung.

 

 

Unseren Mongolei-„Erfahrungs“-Plan hat sich Noah ausgedacht

 

Mitten in der Einsamkeit der Steppe trauen wir unseren Augen nicht:

Da hinten sieht etwas aus wie ein weißes, deutsches WoMo mit ausgeklapptem Vordach und zwei Liegestühlen. Verrückt – kann das sein? Tatsächlich: Ein Paar aus Celle hat sich festgefahren und musste den ganzen Tag schaufeln. Noah beantwortet die Frage, welche Strecke wir durch die Mongolei nehmen: „Zuerst zu dem Vulkan, dann zu den Schwefelquellen, dann in die Stadt und dann zu den Dinoknochen.“ Zumindest versuchen wir das. Das Paar hat zwei Jungs im exakt selben Altersabstand, den unsere beiden haben werden. Was für eine interessante Steppenplauderei!

 

Wir wollen zur ältesten erhaltenen Klosteranlage des Landes Amarbayasgalant.

 

Unsere erste Kracherpiste!  35 Km sind der Wahnsinn, die längste Strecke der Welt!  

 

Mich beunruhigen nicht die Unebenheit des Weges, die sieben Pistenspuren - aus denen wir die Beste wählen(oder Einheimischen nachfahren), die ersten Durchfahrten der Bachläufe, die Wellblechpiste, sondern: An den Hügeln entlang fahren, bedeutet dem Berg angepasst schräg zu fahren! Keine begradigte Straße. Seitlich schräg fahren… erst steig ich aus, ist mir nicht geheuer, fühlt sich nach Kippen an.

 

Was machen wir hier nur? Auch das gehört dazu, alles selbst gewählt, also durch da.

 

Vertrauen und Gespür in Bus und Fahrkönnen werden also in der Mongolei zwangsweise ausgeprägt.

 

Wir schaffen das. Unser Fidibus ist unser Zauberbus, der lässt uns nicht im Stich.

 

Das Fahren hier braucht ganz simpel: Gewöhnung.

 

Das Ende des Tals ist traumhaft. Ein kleines Wäldchen am plätschernden Bach. Das alte Kloster. Jurten, Schafen, Ziegen, Kühe, Pferdeherden. Duft von wildem Thymian. Edelweiß. Nur eine Stromleitung zeigt Verbundenheit zur Modernität.

 

Ganz am frühen Morgen in frischer Luft des anbrechenden Tages steht der Vollmond riesengroß über den Hügeln der Steppe. Im dem Moment, wo er hinter den Hügeln untergeht springen auf der gegenüberliegenden Seite Sonnenstrahlen hervor. Die grünen Hügel schimmern bald im gelbwarmen Morgenlicht. Wow.

 

Noah dreht fleißig die Gebetsmühlen des buddhistischen Klosters. „Wunschmühlen“ nennt er sie. Dabei höre ich ihn murmeln… „ …wünsche mir, dass es keinen Krieg mehr gibt!“ Dann zeigt er auf einen kranken Vogel, der auf dem Boden sitzt „Bitte mach diesen Vogel wieder kräftig und gesund!“

 

Wir mieten uns ein Ger. Einmal müssen wir doch in einer Jurte schlafen. Wir kochen mal nicht selbst, sondern es gibt traditionell Böz, gefüllte Teigtaschen mit Fleisch. Später heizen wir den Holzofen in der Mitte der Jurte an, draußen ist es kühl und windig.

 

 

Als schwangere Vegetarierin ist die Mongolei nicht gerade der ideale Aufenthaltsort für genussreichen Verzehr.

 

(Es ist das Land der Welt, in dem vegane Radfahrer nicht anders können als Fleisch zu essen. Aufgrund der Langsamkeit des Vorankommens und des mangelnden Aufbewahrungsplatzes.)

Die Mongolen der Steppe ernähren sich von ihren Tieren. Insgesamt gibt es bei dem trockenen Klima wenig Wasser, also wird Milch getrunken. Gerade ist Saison für vergorene Stutenmilch (ca. 2% Alkohol).

 

Murmeltierjagd ist ab Spätsommer erlaubt. Viele jagen eher. Erkrankungen der Pest – übertragen durch Flöhe im Fell der Murmeltiere – werden wegen dem Verbot oft nicht gemeldet. 40 % der Infizierten in der Mongolei sterben an den Folgen. Weltweit sind`s nur 7%.

 

Pausenstopp an einem Ovoo neben der Strecke, einem Steinhaufen, der für die Erdgeister errichtet wurde. Neben uns hält ein Kleinbus. Eine mongolische Familie. Der Fahrer und seine Frau steigen aus, kommen lachend auf uns zu. Wir kommunizieren auf ein paar Brocken Englisch. Ah, sie zeigen uns den weiteren Weg. Ja, gut! Hinter ihnen rattern wir den Pistenweg her.

 

Plötzlich halten sie an, ein Gewehr ragt aus dem Fenster in die Steppe. Es knallt.

 

Dann jubelt der ganze Kleinbus.

 

„Die haben was geschossen!“ ruft Simon. „Komm, das müssen wir uns ansehen!“

Die freuen sich, was das Zeug hält.

 

„Ein Hase, oder was haben die da?“

Natürlich ein Murmeltier! Ganz offensichtlich.

 

„Nicht anfassen!“ rufe ich Simon und Noah hinterher. Zaghaft komme ich nach, mit aufgesetztem Grinsen. Noah ist beim Anblick des sterbenden Tieres ziwschen Freude und Trauer hin- und hergerissen. Das kann man seinem Geischt entnehmen.

 

Natürlich ist das Murmeltier ein Geschenk an uns.

Ich glaub`s nicht!

 

Irgendwie schaffen wir es, ohne Berührung und Mitnahme des Tieres, uns freundlich von dannen zu machen.

 

 

Begegnungen mit Mongolen

 

Drücken und Abknutschen (besonders unseres Kindes) kennen wir seit Russland.

 

Hier hupen sie auch noch gerne, wenn sie uns sehen. Es wird gewunken und zum Gucken neben uns gefahren oder angehalten.

 

Mongolen kommen von Süden angeritten. Sie bauen ihre Jurten so, dass die Türen im Süden sind. Wir mit unserem Nomadenheim parken mal so, mal so. Wir entdecken, dass viele Mongolen auf der südlichen Seite unseres Busses stehen und gucken. Von Süden ist es eben üblich auf ein Haus zuzukommen. 

 

Neugierig, interessiert, immer mit lachendem Gesicht, gesellen sie sich zu uns. Nicht selten stehen sie gleich in unserem Bus drin, ganz selbstverständlich.

 

Einige bleiben kurz, andere länger. Ein älterer Mongole in traditionellem Mantel und Stiefeln saß und saß  bei uns am Tisch, mit aller Zeit der Welt. In der Mongolei gehört es sich, dass der Gast gut bewirtet wird, davon ging er wohl aus. Er plauderte und plauderte, hielt sein Pferd am Strick, das vor dem Bus stand. Ich bereitete neben ihm das Essen zu. Vermutlich nahm er das erste Mal in seinem Leben rein vegetarisch zu sich: Gemüse mit Tofu-Küche, dazu Minztee – alles Russlandimport. Nachtisch: Aachener Printen.

 

 

Ovoos sind Orte an denen Steine auf einen Steinhaufen gelegt oder Gebetstücher an Baumstämme gehängt werden, um die Erdgeister gnädig zu stimmen. Sie werden im Uhrzeigersinn umrundet. Wenn es eine Möglichkeit gibt mit dem Fahrzeug zu umfahren, tun wir es den Mongolen nach und fahren dreimal herum, um zu danken und weiteren guten Weg zu bitten. Wär doch schön, wenn unsere Reise in der Gunst der Geister liegt.

 

 

Als Selbstfahrer in der Welt unterwegs

 

Es ist anders, sich alleine auf den Weg zu machen, als hinzufliegen und organisiert zu bekommen!

 

Die Freude, deutschsprachige Mitmenschen nach Wochen allein in der Fremde zu treffen, ist riesig - die Offenheit und Herzlichkeit groß! Anders, als wenn man Deutsche oder Europäer in organisierter Reise trifft, die meist nicht auffällig freudig und interessiert an Landsleuten sind. Man merkt es den Leuten einfach an, wie sie reisen.

 

Es ist nicht mehr so, wie es mal war… Veränderung geschieht unmerklich....

 

Den Staub, der den Bus und uns überzieht, nehmen wir zwar noch wahr - aber stören tut er weniger. Er gehört einfach dazu. Man kann nichts dagegen tun, ist ein Beigeschmack beim Fahren. Deutsche Reinheit funktioniert hier nicht und ist wenig wichtig. Unsere Klamotten ziehen wir an, bis sie wirklich dreckig sind oder stinken, Flecken und bisserl Geruch sind unwesentlich.

 

Die Strecken und Pistenart sind absolut Neuland, machen Spaß, sind kräftezehrend und anstrengend. Sechs Meter Buslänge und das Höherlegen lassen uns die Pisten gut bewältigen. Ohne Allrad geht auch prima. Umso huckeliger, umso eher fahre ich, denn der Fahrer-Gummiballfahrersitz federt super ab. Die spannendsten Pisten kann nur ich fahren.

„Du weißt gar nicht, wie gern ich auch so fahren würde wie du!“ jammert Simon. Wenn er fährt, darf er nur langsam, als Beifahrerin mit Bauchbaby auf dem Beckenboden geht‘s nur sachte. „Ich mach in Ulan Batar einen gemütlichen Vegancafe Tag, in der Zeit kannst rumheizen, soviel du willst.“, versuche ich zu trösten.

 

 

Einsamkeit

 

Alles ist weit weg.

 

Nur ich bin hier, stehe in der Steppe im Wind, mit der Hand auf meiner Bauchbabykugel.

 

Soweit mein Auge reicht sehe ich grüne Steppenhügel und darüber den weiten, blauen Himmel mit weißen Wolkentupfern darin.

 

Ein ungewohntes Gefühl der Existenz. Diese Weite. Nur ich darin.

 

Meine Lieben um die Ecke, hinter dem Hügel, unser vertrautes Heim auch.

 

Was machen wir hier eigentlich? Mitten im Nichts?

 

In dem nur sich selbst spüren, dem Sein hingeben.

 

Die Seele wird offen durch diese Weite.

 

Pure Existenz.

 

Ich lächle. Dem Wind zu. Der Welt.

 

Verbunden mit meinem Baby.

 

Alles ist gut.

Wenn man einfach nur ist, gibt's keine Zweifel.

 

Klarheit kommt.

 

Aus heiterem Himmel kriege ich einen Schwung und fühle all das, was mir wichtig ist im Leben. Welche Menschen. Alles Relative ist egal geworden. Mir ist klar, was wirklich zählt.

 

Ich bin mir nah, wie lange nicht mehr.

 

 

Schamanen – wenn schon, dann dreimal

 

Fern der Touristenstraße kommt uns ein mongolischer Kleinbus entgegen, hält neben uns. Aussteigen tun zwei Amerikaner. „Wow, what are you doing here? From Italy? With child and babybelly?“ Sie wollen uns kennen lernen und erzählen von sich und ihrer Weltreise, geben uns Kontaktadressen von Deutschen und Amerikanern in Ulan Batar. Jetzt sind sie auf dem Weg zum einem großen See im Norden, dort soll es viel Schamanismus geben. Ja, stimmt, denke ich, hier gibt’s ja Schamanismus. Schade, das werden wir wohl nicht mitkriegen auf unserer Route, hätte ich gern mal gesehen.

 

Am nächsten Tag – nach hunderten Kilometern langer Fahrzeit über kleine Pisten und etlichen Flussdurchfahrten im Landesinneren – sind wir auf der Hauptroute Richtung Vulkan.

 

Die Lärche mit den 100 Ästen, ein heiliger Ort, an dem mit Opfergaben wie hartem Käse, Geldscheinen, Steinen, Holzkrücken, Brillen und blauen Schals - das ewige Blau des Himmels symbolisierend - den Erdgeistern gewürdigt wird.

 

In nächster Nähe sehen wir einen Einschnitt in der Landschaft und sind erstaunt, dass es so tief runter geht. Ein Fluss wühlt sich durch den Canyon. Ganze „Adlerherden“ – wie Noah sie nennt – gleiten über uns hinweg und lassen sich im Wind des Tals treiben. Toller Ort zum Pausieren.

 

Vor uns hat sich eine Gruppe Mongolen mit ihren Fahrzeugen dasselbe gedacht. Eine Frau davon kommt zu Noah und steckt ihm einen Haufen Süßigkeiten in die Tasche.

 

Kurz darauf beobachten wir, drei Leute aus der Gruppe kleiden sich um.

 

„Werden das Schamanen?“ 

 

Die Verwandlung geschieht langsam. Sie trommeln und singen sich ein.  

Dann tanzen sie wild in ihren reichgeschmückten Gewändern. Tranceartig. Sie sinken am Boden zusammen. Die Angehörigen kommen zu ihnen, versorgen sie am Boden mit Trinken und Essen. Zumindest sieht das so aus von weitem. Simon drückt mir die Kamera in die Hand „ Film du!“ Durch die Kamera sehe ich, wie sich Simon und Noah den Schamanen nähern. Noah überreicht eine Packung Milch.

 

Schneller als wir es fassen, sind wir mitten drin. Der Schamane möchte von uns wissen, sein Bruder übersetzt vom Englischen. Wir bekommen Milch in kleiner Schale überreicht. Noah soll die Tonschale hinter sich werfen. Sie landet auf einem Stein, unzerbrochen und mit der Öffnung nach oben. Das scheint etwas Gutes zu bedeuten, alle sind begeistert. Wir verabschieden uns, respektvoll und angetan von diesem „zufälligen“ Erlebnis, fahren an der Gruppe vorbei. Die Schamanin läuft zu unserem Bus, kippt Milch an Reifen, Lenkrad und Motor und murmelt dabei etwas.

 

Selig holpern wir Richtung Vulkan weiter.

 

Im nächsten Dorf wollen wir eine Handykarte kaufen. Im Laden steht hinter mir ein Mann mit Cape und unscheinbarer Kleidung. Er kommt mir bekannt vor, ich wüsste aber wirklich nicht woher.  Als ich zurück zum Bus komme, fragt Simon „Hast du den Schamanen gesehen? Er war auch im Laden!“ Die waren dann noch schneller als wir unterwegs.

 

Kurz vorm Vulkan stolpern wir mehr als fahren über die Lavapiste… Auf dem Parkplatz des Vulkankraters bei Megagehoppel kommt uns die ganze Schamanengruppe entgegen, sie haben den Vulkanbesuch bereits hinter sich! Drei Mal sind wir uns jetzt begegnet –  Nicht nur wir freuen uns, auch die zwei Kleinbusse lachen kräftig!

 

 

Khorgo Vulkan

 

7500 Jahre sind die Lavafelder alt, über die wir fahren. Der Khorgo Krater ist ein Touristenziel. Er gilt als heiliger Berg, früher durften ihn nur Auserwählte betreten, heute gibt es dort Haufen, Haufen und Haufen Ovoos. Den 200 Meter breiten Krater umrunden wir auf dem Kamm, in der Mitte geht’s sicher hundert Meter tief runter. Die Männer strahlen, sie wollen über den Pfad in die Tiefe. Da unten winzig klein kann ich sie zwischen all den Lavabrocken kaum ausmachen.

 

10 Kilometer entfernt liegt der Weiße See. Er soll ganz klar sein, aber bei uns nieselregnet es die drei Tage dauernd. Simon kuriert einen Magendarminfekt aus. Noah und ich bleiben verschont. Ruhe und Regeneration sind angesagt. Zeit für uns. Zeit zum Spielen, Lesen, Kochen, Filme gucken, aufräumen, putzen. Draußen finden wir jede Mange wilden Rhabarber und verarbeiten ihn. Köstlich!  Digital sind wir abgeschottet, kein Handyempfang, kein Internet. Hin und wieder kommen Touristen aus aller Welt an unserem Busstellplatz direkt am See vorbei, sie sind in den Ger Camps untergebracht, haben ein Fahrzeug mit Fahrer gemietet, der auch für ihr leibliches Wohl sorgt.

 

Der Großteil unseres Einkaufs vor über 2 Wochen ist aufgebraucht. Die ganzen Dinge, die man nicht so gerne isst, sind noch übrig.

 

Morgen durchfahren wir das Städtchen Tsetserleg, vielleicht können wir dort etwas auffüllen, besonders Frisches, aber zu große Hoffnung auf Obst und Gemüse haben wir nicht.

 

 

This is Asia! This is Mongolia!

 

Unser Ziel nach dem Vulkan sind bekanntlich die Schwefelquellen. Zwei Wege führen dahin.

 

Wir bleiben auf der geteerten Hauptstraße und nehmen dann die kürzere Piste. Jetzt dämmert es bereits, die Piste ist nicht mehr gut genug zu erkennen. Wir nächtigen hier an Ort und Stelle mitten in der Steppe.

 

„And welcome to the reality of Asia" merke auch ich abends bereits ein Magengrummeln.

 

Gefällt mir gar nicht. Der Magendarminfekt von Simon, den ich jetzt doch kriege? Oder die vergorene Stutenmilch, die ich nur zum Probieren genippt habe oder der mongolische Hartkäse? Nach dem Probieren wusste ich, nein, das brauche ich wirklich nicht. Schwanger in der Fremde sind mir gewohnte Nahrungsmittel mit das höchste Gut. Die halbe Nacht verbringe ich über der Schüssel. Glücklicherweise bin ich am nächsten Tag recht fit. Wir fahren weiter.

 

„But this is Mongolia!“ nach dem Regen der letzten Tage...

 

Abends konnten wir nicht weiter fahren, die Piste nicht mehr gut einschätzen. Jetzt im Hellen sehen wir: Wir durchfahren sumpfiges Gebiet. Schlamm, Pfützen, … Und die Koordinaten des Reiseführers stimmen nicht. Die Schwefelquellen sind nicht zu finden!

 

Wir suchen in der Gegend rum, hier sieht nix nach Touristenort aus.

 

Vor einem Riesenschlammloch will ich nicht weiterfahren, für mich geht’s nur noch zurück. Ein Auto steckt schon fest. Aber wozu sind wir hier? Simon zieht mit dem Abschleppseil und großem Gespritze das Auto mit seinen acht Insassen raus. Als Dankeschön bekommen wir selbstgepflückte Walderdbeeren und Stachelbeeren.

 

Die Leute verstehen, wo wir hin wollen und führen uns zum richtigen Weg. Der verläuft allerdings gerad auf einen Fluss zu. An einem Reiter beobachten wir die Wassertiefe, knapp ein Meter. Nö. Genug Abenteuer gehabt!

 

Also die ganze Piste wieder zurück. Bis zur Hauptstraße. 20 km zurückfahren, um die andere Route zu nehmen. Die zeigt sich ohne Schlamm und Sumpf, dafür extrem hügelig und unangenehm zu fahren.  Kurz vor dem Ziel geben wir nicht auf, auch wenn ich mir absolut null vorstellen kann, dass in dieser leeren, schwer erreichbaren Gegend ein Touriort sein soll.

 

Aber unglaublich: Hinter einem Hügel zig Autos und Ger Camps!

 

50 Grad heißes, schwefelhaltiges Wasser entspringt hier dem Boden. Abgeleitet in verschiedene Becken der Ger Camps dürfen sich die Touristen darin vergnügen. Simon und Noah planschen freudig unter freiem Himmel, während ich massiert werde (Schwanger nicht oder nur kurz ins Schwefelwasser).

 

Das große Mongolenreich von Dschinggis Khan und seinen Söhnen existierte bis zum Schwarzen Meer und weit nach China. Von Kharakorum, heute Kharkorin aus wurde es regiert. Übrig sind noch einige Fundstücke im Museum und das erste buddhistische Kloster des Landes „Eerdene Tsu“ - Mitte des 19. Jahrhunderts von den Kommunisten zerstört und wieder aufgebaut. 

 

Wir passieren eine Landschaft, die aussieht wie ein Wüstenausschweif, der von Süden hochkommt. Kamele sind da zum Reiten. So nah wie möglich fahren wir ran und laufen in die Dünen. Gleich geht die Sonne unter. Neben uns lassen junge Mongolen auf einen Hügel den Beat klingen. Technobeschallung beim Sonnenuntergang in der Wüste. Bald kehrt Ruhe ein.

 

Am nächsten Morgen frühstücken wir in Sonne und Sand.  Noah möchte Kamelreiten. Ganz schön schaukelig! Simon und Noah wollen eine lange Extrarunde, ich stratze beginnend zum Fotomachen und Filmen durch den Wüstensand neben ihnen her. Tägliches Sportpensum ist erledigt, Kamele sind ja nicht langsam.

 

 

Wir nähern uns UB! Wie sie genannt wird – DIE Stadt der Mongolei.

 

Schon kilometerweit vorher regt sich das Leben an der Straße, die wieder geteert ist. Mehr & mehr Fahrzeuge um uns - nicht nur wir als das einzige weit & breit und gelegentlich jemand anderes - es wird sogar zweispurig. Die Stadt, in der fast die Hälfte der Einwohner des gesamten Landes wohnen, 1,3 Millionen, hängt unter einer Dunstglocke.

 

Wir treten Rückzug an, es ist abends und lieber verbringen wir noch eine Nacht draußen in der Steppe. Morgen früh nach einem gemütlichen Frühstück stürzen wir ins Stadtgetümmel ab unter die Glocke.

 

 

UB: Segen & Fluch

 

„Be veg, go green to save the planet“, steht hinten auf dem Linienbus, der vor uns im Stau steht.

 

Das in der Mongolei?

 

Die Stadt ist Kontrast. Unser erster Eindruck: Hier treffen Bewusstsein für Ernährung und vegane Restaurants zusammen mit Kohlekraftwerken, die ungefiltert ihre Partikel mitten in der Stadt auspusten. Die Stadt ist im Wandel.

 

Wir stehen im Dauerstau, im Chaos, im Abgas-Gestank. Überall sind Baukräne zu sehen, die Landflüchtigen der letzten Jahre wollen bleiben. Es ist laut. Alles ist hier anders, als wir bisher dieses Land erlebten mit seinen weiten und freien Wegemöglichkeiten. Völlig anders.

 

Die Stadt birgt auch Möglichkeiten und Vielfalt. Völlig andere.

 

Für uns kann es in jede Richtung weiter gehen. Es entscheidet sich jetzt hier.

 

Wir entdecken ein indisches Restaurant, kein Weg führt uns daran vorbei, da stoppen wir! Ich rufe meine Eltern an, die sich freuen von uns zu hören. Vor genau einem Jahr waren sie in der Stadt auf Durchreise mit der Transsibirischen Eisenbahn von Peking aus.

 

Oase mitten in der Stadt

 

Wir leisten uns was. Einen Stellplatz neben einem Gästehaus. Mit buntem Blumengarten, grüner Miniwiese und Teich. Mit Jurten und modernem Holzbaustil. Von Europäern aufgebaut zieht es Reisende an. Was das Herz eines Reisenden begehrt, findet man hier: Waschservice, europäisches Essen, nahe Supermärkte mit vertrauter Importware, eine Werkstatt, Internet, soziale Kontakte,… Eine echte Oase, wo man sich von Eindrücken entspannen kann und die es einfacher macht, weiter zu organisieren.

 

Entspannt sind wir nicht wirklich.

Es wird Zeit: Wo geht’s hin zur Geburt?

 

 

Ideen-Umsetzung

 

Erst verlängern wir unsere Visa problemlos bis zu 30 Tagen. Beim Immigrationsamt am Flughafen.

 

Dann ist der Babybauch dran. Einmal Sonographie bitte. Nach Erkundung verschiedener Kliniken, haben wir zwei Termine in der Tasche. Zwei sind sicherer, wir wissen nicht, was uns erwartet. Ins Maternity Hospital, der größten Frauen- & Geburtsklinik der Stadt, somit der Mongolei, kommen viele Frauen vom Land, nisten sich zur Geburtszeit bei Verwandten in der Stadt ein und gebären in diesem Krankenhaus.  Mit vielen anderen dicken Bäuchen, dickeren Bäuchen (die Mongolen sind ja auch kräftig) sitze ich im kleinen Warteraum. Aus irgendeinem Grund muss ich nicht warten wie die anderen. Mehr bezahlt? Ausländerin? Die Ärztin spricht Englisch. Das Gerät ist alt, aber ich kann erkennen. Sie betont die „very big nose“ unseres Babys. Sie zeigt sie sogar einem Kollegen. Die Mongolen haben eine platte Nase, so eine „Riesennase“ unseres Babys ist eben was Besonderes. Sie empfiehlt mir eine Privatklinik zum Gebären, ich hätte alleine einen Raum und sie sprechen Englisch. Gut zu wissen. Aber Dunstglocke, Klinikerkundungen, Stadtchaos haben mein anfängliches Interesse möglicherweise zur Geburt hier zu bleiben, radikal sinken lassen.

 

Gedanken ordnen:

Rückfahrt in den europäischen Herbst?

Den Winter im Sommer der Südhalbkugel verbringen? Thailand? Indien?

Fidibus durch China?

 

Thailand wäre stressfreiere Kultur für Frauen als Indien.

Indien wäre unser Kennlernland. Zurück zur Geburt unseres 2. Kindes würde passen.

 

Was ist realistisch erreichbar?

Für eine Chinadurchquerung sind wir zu spät oder zu arm dran. China ist ausgeträumt.

Schnell merken wir, Bleibenwollen in Asien ist klar. Wenn wir schon mal in der Gegend sind.

 

Über außerklinische Gebärmöglichkeiten in Asien mach ich mich länderspezifisch bei verschiedenen Verbänden oder Fachleuten der Länder schlau. Kliniken will ich meiden, die Sectiorate ist in Asien hoch. Ich möchte mein Kind natürlich wie möglich bekommen, in guter Begleitung, das heißt, ich suche nach einem kompetent geführten Geburtshaus mit Klinikanschluss vor Ort. Wenn ich so kurzfristig vor der Geburt anreise möchte ich a) jemand Kompetenten an meiner Seite, die sich vor Ort medizinisch auskennt und b) eine Auswahl an verschiedenen Geburtshäusern haben. Meine Recherchen ergeben Indien als einzigen Ort in Asien, der das erfüllt. Bingo. Der Flug wird gebucht.

 

Ein längerfristiger Stellplatz in UB muss organisiert werden.

Jemand bietet an, unseren Bus nach Österreich zurück zu fahren. Wir können uns das überlegen.

 

Über mehrere Ecken klappt es, dass wir Fidibus in einem privaten Hangar am Flughafen unterstellen können. Wir sollen ihn einfach kurz vor Abflug hinbringen, Formalitäten werden einige Tage vorher erledigt.

 

Die ganzen Dinge zu erkunden und organisieren dauert ewig. Die Stadtbusse sind übervoll, stehen im Dauerstau. Luftverpestung, unterwegs in Lärm und Chaos ist schwanger anstrengend. Aber die Menschen achten auf mich, im Bus wird immer ein Sitzplatz frei gemacht. Super, auch wenn ich dabei die Taschen der anderen im Gesicht hängen habe. Manchmal ist es sinnvoller zu laufen, der Bus steckt dann länger fest. Abends nach Stadtbesuchen sind wir völlig groggy.

 

Es stinkt uns gewaltig

 

Auch die Oase liegt mitten in der Stadt - wenn auch Zäune und Garten die Atmosphäre so verschönern, dass man die Stadt kaum wahrnimmt - der Gestank des Nachbarn brennender Matratze weht uns direkt in die Nase!

 

Der Platzwächter sorgt fürs Löschen, aber Verständnis für adäquates Müllentsorgen sucht man oft vergeblich - abends wird weiter gefackelt. Nun setzt sich der Wächter mit Schlauch auf den Zaun und löscht selbst. Am nächsten Morgen wieder!

 

So eine Giftglocke, in der wir hier auf Prozedere warten.

 

Es ist Ende August. Zwei Wochen, dann geht der Flug.

Mein einziger Geburtstagswunsch: Stadtreißaus!

 

Am Geburtstagsmorgen geben wir die voll ausgefüllten Visaanträge in der indischen Botschaft ab.

 

Simon muss beim Generalkonsul vorsprechen.

Inhalt des Gespräches: Indische Küche in UB und das beste indische Lokal der Stadt. Der Konsul ruft im Lokal an, meldet uns an. Ungefragt. Ich staune nicht schlecht, als Simon endlich aus der Botschaft kommt und erzählt „ Wir müssen wohl jetzt indisch essen gehen. Nicht, dass wir unsere Visa nicht bekommen!“ So läuft das, typisch Inder, schmunzel schmunzel. Natürlich hat das Gespräch, durch das wohl alle Nichtmongolen müssen, extra gekostet.

 

Am Nachmittag sind wir im Auenwäldchen am Fluss, dem Naherholungsgebiet der Stadt.

 

Atmen. Wehende Frischluft. Platz in der Natur. Der Blick schweift ins Grüne.

 

Abends entdecken wir, dass Noah von feinen roten Flecken übersät ist. Verdacht: Röteln.

Unser Immunsystem ist unten. Klar. Am nächsten Tag bekommt er einen Fieberschub mit Dauerweinen, er schläft, dann ist wieder gut, signalisiert durch Hunger.

Röteln kann zum Glück nur zu Beginn einer Schwangerschaft Folgen für die Organogenese haben. Während meiner Schwangerreise nehme ich bei Fragen immer wieder Kontakt zu deutschen Gynäkologen auf. Ein hoher Impftiter ist keine Absicherung gegen Röteln, sicher ist nur der Schutz, den man durch die Erkrankung erlangt hat.

 

Wir bleiben eine knappe Woche einfach nur in der Gegend. Die Holperpisten halte ich mit dickem Kugelbauch kaum noch aus. Wir wollen auch gar nicht mehr Neues erkunden, lieber ruhen vor dem nächsten Sturm. Noah ist glücklich, hat Wasser zum Spielen, baut, beobachtet, erkundet.

 

Wüste und Dinofundstätten im Süden gibt’s bei nächsten Mongoleibesuch. Dafür haben wir bald Affen und Elefanten um uns.

 

 

UB für Touristen

 

Am naturgeschichtlichen Museum hängt ein Schild „Geschlossen wegen Einsturzgefahr“. Hier hätte Noah gerne zwei Skelette im Kampf gestorbener Dinos bewundert. Innen wuseln jede Menge Arbeiter helmlos im eigentlich stabil aussehenden Haus umher. Nichts zu machen, wir kriegen die Dinos nicht zu sehen. Der Sukhbaatarplatz in Stadtmitte hat ein kleines Museumszelt aufgebaut mit Dinoskelett, Schädeln und Eierfunden.

 

Aufführung traditioneller Tänze, Gesänge und Musik findet man an verschiedenen Orten.

 

„Auf den legendären Schwarzmarkt keine Fotokamera mitnehmen!“ Alle, die uns von der Mitnahme erzählten, hatten nach dem Besuch keine mehr. Also haben wir keine Bilder. Container, Hallen und Stände bieten alles: Koffer für die Weiterreise bekommen wir - Chinaware, hält gerade zusammen bis wir in Indien sind. Wunderschöne, bunte Stoffe mit typisch mongolischem Muster. Handbemalte Holzmöbel. Felle. Jurten & alles was dazu gehört – bunt bemaltes Trägerholz,  bunte Türen, gefilzte Wollteppiche für die Wände. Noah bekommt eine Angel. In der Schamanenecke gibt‘s die nötige Ausstattung zum Schamanen. Ein Marktbereich bietet Mengen wiederverwertbare Kleinteile aus Fahrzeugen, gut sortiert. Mit allem kann man offensichtlich noch was anfangen. In der Lebensmittelhalle essen wir, kaufen Obst und Gemüse, in UB gibt’s reichlich Importware. Ein paar Tage später brennt die Halle ab.

 

 

Die Tage vor dem Abflug sind wir stark erkältet. Nase voll!

Unser Bus muss für eine „Stand by – Pause“  bei extremen Minusgraden vorbereitet werden, wir packen, verstauen, sortieren, denken.

 

Zur Krönung bekommen wir am Abend vorm Abflugtag eine Absage für den Hangar. Grmmmpfff.

 

Plan B: Schnell Kontakt aufbauen, wir haben ein Angebot, Fidibus in der Vorstadt in einer Speditionsfirmenhalle abzustellen. Erst zum Außenbezirk in entgegengesetzter Richtung zu fahren dauert dann wesentlich länger als direkt mit unserem Fidibus zum Flughafen zu fahren. Aber unser Flug geht zum Glück spät abends.

 

Am letzten Abend wandere ich durch den Garten, in dem wir die letzten Wochen Zuhause waren. Jurten mit buntbemalten Türen mitten in der Stadt, dahinter die Hügel der Mongolei. 

In 24 Stunden sind wir weg hier. Bis dahin ist noch viel zu tun!

 

Am nächsten Tag müssen wir ein Attest über schwangere Flugtauglichkeit besorgen. Handschriftlich wird`s mir aufgeschrieben, der Klinikstempel auf meine Nachfrage irgendwo über lange Gänge in den Tiefen der Klinik besorgt. Ich mein ja nur, was Offizielles auf so einem wichtigen Zettel wär nicht schlecht.

 

Loslassen

 

Darin haben wir Übung. So oft wie wir Orte wechseln, Menschen in unsere Herzen schließen und verlassen, gute Momente und Lebensbedingungen gehen lassen, weil wir spüren, das war gut so für eine gewisse Zeit. Aber unser Nomadenherz zieht uns weiter an andere tolle Orte.

 

Wenn man gelöst ist von den Dingen, strahlt man so etwas Leichtes und Friedliches aus.

 

„Weißt du noch, wann du mir gesagt hast, dass du dich am Freiesten fühlst? ... Das war damals in Nepal, als wir Quer-Himalaya-ein wanderten und du nur eine Handtasche mitgenommen hast.“

 

Unser Weniges, was wir im Bus haben, mit dem wir lernten, dass es uns reicht - wird reduziert auf zwei Koffer.

Zwei Koffer, vier Personen.

 

Das Loslassen von Orten geschieht einfacher, wenn man sich langsam löst. Wenn wir einfach weiter fahren würden… die sich ändernde Landschaft durchfahren, Veränderungen langsam wahrnehmen. Der schnelle Weltenwechsel beim Fliegen zerstört plötzlich die gewohnte Umgebung.

 

Ich liebe unsere bisherige Art zu reisen.

Aber Fidibus bleibt hier.

Unser kleines Zuhause, mobil und gemütlich, immer super gefahren.

Fort von der Freiheit, selbst unseren Ort zu bestimmen. Kein Rückzug mehr in die vertrauten eigenen Wände.

Vor allem Ungewissheit, was mit ihm geschieht, wenn wir weg von ihm sind.

Wir haben uns entschieden. Zur Geburt schaffen wir es nicht rechtzeitig, mit ihm unseren Wunschgeburtsort zu erreichen... Es tut weh, ihn hier zu lassen, er ist ein Teil von uns. Hoffen wir, dass es ihm gut geht!

Eigentlich ist er unser Reisestil!

 

Das Taxi steckt im Stau auf dem Weg zum Flughafen. Wir kennen UB und haben das miteingeplant.

Heute hat alles gut geklappt.

Und ausnahmsweise - wegen all der miefigen, nervenzehrenden Stadtwochen - sind wir froh, als unser Flieger abhebt und eine neue Reiseepoche anbricht.

Knapp vier Millionen hat uns der Flug gekostet ;-)

 


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