Familien Reise Abenteuer


Heartbeat Blog


Europa westwärts


Frankreich. Spanien. Portugal.

18. September 2019

 

Sechs Monate. Jetzt sind wir 6 Monate unterwegs, vermerkte ich im Kalender, „…und noch nix geschrieben!!“, meldete sich gleich mein schlechtes Gewissen.

Jaaa, ich weiß.

Ich mag das Wort Schreib"fäule“ einfach zu gerne. 

Und: Ich habs einfach genossen. Genossen, mit meiner Familie unterwegs zu sein. Ich war vertieft im Hier & Jetzt, und wollte mich gar nicht auf die Computerwelt einlassen. Aber jetzt wird’s Zeit. Wir sind nicht vom Erdboden verschluckt!

 

Prägendes unserer Reise beschreibe ich detaillierter. Sonst gibt’s den üblichen Überblick von Ländern und Route und Familienleben unterwegs. 

 

November 2018, Hamburger Hafen:

Ganz nah liegt die Grande Luanda der Grimaldi Line neben uns im Wasser. Wir sind beeindruckt von dieser Größe, wir müssen ganz nach oben gucken, hoch über uns stapeln sich ihre Container, wir im Touristenboot tief unten, wie klein wir sind! Neben uns nur die knallgelbe, abgeschrabbelte Farbe des Rumpfes. Sie bleibt hinter uns liegen, wird weiter beladen, da geht noch was. Und voll beladen ab auf die Weltmeere.

 

10. März 2019, auf dem Meer:

300 km vor der französischen Küste auf dem Frachter Grande America der Grimaldi Line bricht ein Feuer aus. Es kann nicht gelöscht werden. Das Schiff sinkt 4600 Meter tief. Container, auch mit Gefahrgut, 2000 Fahrzeuge und über 2000 Tonnen Schweröl sind dem Meer überlassen. Zwei Ölteppiche, einer davon 13 mal 7 Kilometer groß, der andere etwas kleiner, schwimmen auf der Wasseroberfläche und werden versucht mit Barrieren aufzuhalten.

 

FRANKREICH

8. April 2019, Frankreichs Küste:

Gleich ist er da. Der Strand! Was freuen wir uns! Lange waren wir nicht am Strand und nun ist es mein alter, geliebter Strand hinter den Dünen. Wir haben eine kleine Straße bis direkt vor die Dünen gefunden, in der Offseason ist das möglich. Ich wollte immer einmal außerhalb der Saison hier hin. Die Kinder rennen schon los. Halt, noch was anziehen, es ist frisch und wir wollen sicher bis nach Sonnenuntergang am Strand bleiben. Auf, auf!

 

Von hier oben in den Dünen sieht es anders aus. Das Wasser ist nah. Es ist Flut. Aber es ist so … dunkel. Schwarz. „Mama, warum ist das hier so schwarz?“ Es ist Abend und das Licht wird langsam dunkel. Aber das ist es nicht. Der Sand unter unseren Füßen ist dunkel. Felsenartig ragen dunkelgraue meterhohe Türme am Strand empor, soweit wir sehen können. Und ganze Flächen am Strand. Es sieht so trostlos aus. Was ist los? Ich streife meine Finger an den Flächen und Türmen. „Es ist Teer. Das ist alles Teer!“

 

Wir wussten es nicht. Vielleicht wären wir auch sonst gar nicht hierhin gefahren zu der Zeit. Ich muss schlucken. Es tut richtig weh. Wie das aussieht! Wir gehen weiter. Auf dem ölverschmierten Strand ist kaum eine saubere Stelle. Plastik liegt überall rum. Teer und Plastik. An manchen Stellen läuft eine Ölrinne. Wir bauen einen Müllbaum im schwarzen Sand. Ich fühl mich schwer. Wir sind mittendrin. In den Umweltproblemen. Die Kinder stellen viele Fragen, ja wir werden gleich im Internet recherchieren. Noah ist wütend. Wütend, dass so etwas passieren kann. Es macht überhaupt keinen Spaß am Strand zu sein, es macht nur Trauer, was stellen wir Menschen an? Welche Welt lassen wir unseren Kindern? Sie müssen damit umgehen. Auf dem Rückweg ist noch mehr Flut und am Fuße der steilen Sanddünen ist kaum Platz für uns. Der Weg führt zielgerade über die angespülten meterhohen Türme. Sie sind fest, wir können darauf steigen und drüber klettern. Bloß nicht berühren, nachher sind wir trotzdem eingeschmiert.

 

 

In den Touristenstädtchen sehen die Strände sauber aus. Abgefangen auf dem Meer.

 

Ja, Frankreich. Da fuhren wir als erstes hin.

Eigentlich fuhren wir nur durch. Aber das mit dem „nur durchfahren“ erübrigte sich schon gleich im Landesinneren.

 

1000 Kilometer schaffen wir. Dann gehen die Warnleuchten an und unser Bus lässt sich nicht mehr starten. Eine kleine Haltebucht haben wir gerade noch erreicht, vor uns erinnert uns ein Schild an „Rappel“. Ja, genau, den haben wir! Was ist nur los? Simon hat Ideen, aber keine Lösung die hier in der Praxis umsetzbar ist. Zum Glück – wir lernen dazu – sind wir beim ACE. Der sorgt fürs Abschleppen. Natürlich ist Wochenende und wir dürfen auf dem Abschleppdienstgelände warten bis Montag, dann werden wir weiter geschleppt zur Ivecowerkstatt. Fachwerkstätten sind teuer. Aber die hier ist echt cool, ganz lässig wird uns mit unseren Spezialwünschen weitergeholfen: Simon darf selbst basteln und die Iveco Leute suchen die umliegenden Lager nach günstigerer Lichtmaschine ab als Ivecos Markenteil. Zudem dürfen wir auf dem Gelände übernachten, mit zig Überwachungskameras – so obersicher standen wir noch nirgendwo. Der ACE kümmerte sich echt rührend, rief regelmäßig an und fragte ständig, ob wir nicht doch ins Hotel wollen. Die Lichtmaschine war`s dann wirklich und alles ging gut aus.

 

 

Ja, der Anfang. Auch sonst ist der Anfang nicht gleich toll.

Da muss man durch. Es findet sich und braucht vor allem Zeit.

Konfrontation auf kleinem Raum. Alltag und Durchorganisation von früh bis spät war einmal, nun muss eigene Struktur her. Verantwortung wird klarer spürbar durch Selbstgestaltung. Welche Bedürfnisse sind da und wie gehen wir darauf ein?

 

Mit Kindern auf Reisen. Was ist kindgerecht? Im „normalüblichen Leben für Kinder“ taucht die Frage nicht auf, das

„normalübliche“ Programm wird als gerecht, recht, richtig gesehen. Kiga, Schule, Eltern auf der Arbeit, Nachmittagstermine, Wochenenden etwas freier zum Ausschlafen und Durchatmen, Ferien und ein gemeinsamer Familienurlaub von 3 Wochen im Sommer. Die Kinder wachsen durch Schulinput, Freunde, Kurse in regelmäßig, wiederkehrenden, verlässlichen, vertrauten Rahmen – bis sie groß sind und „ihr Leben losgeht“. Bis dahin war alles eine

geborgene Vorbereitung aufs Leben.

Und wir? Wir raus da, abgebrochen, warum?

Weil wir mehr Zeit zusammen haben möchten, als unser Alltag erlaubte. Weil wir unseren Planeten kennen lernen wollen (was man kennt und liebt, das schützt man, fällt mir gerade dazu ein). Wir sind unterwegs, so lange wie es uns allen gefällt. Die Herausforderungen sind: Was wir auch wollen, Beziehungen erhalten und wachsen lassen, und Tiefe und Entwicklung an einem Ort erleben. Plan ist also, nicht nur kurz weilen, sondern auch lang. Persönliche Herausforderungen, wie bei uns z.B.: auf sehr kleinem Platz zu viert zurechtkommen, sind allgegenwärtig, aber da gibt’s ja in jeder Lebenslage welche von...

 

Kühles Matschwetter zu Beginn. Wochenlang! Ich dachte, Spanien wäre warm - auch im Norden, im April... Der Ofen feuert, die Gasheizung geht, die Waschmaschine fehlt. Bei solchem Wetter ist unser Bus nur für eine Person konzipiert (finde ich). Eng ist`s.

Simon hatte während dem Januar-Schnee um- und angebaut, denn mit wachsenden Jungs und Festhalten an einem gewissen Kontingent an Materie, war das sozusagen notwendig (andere würden sagen: bisserl mehr Komfort). Und umso

älter, desto mehr Komfort darf sein - zumindest wenn wir eh schon die höhere Komfortzone Haus, mehrere Zimmer, große Betten und viele tausend andere Sachen (die das Leben schöner machen?) bewusst hinter uns lassen.

 

Frankreich als eigentliches Durchreiseland beinhaltet also Bustrallala, Strand-Schreck, andere Strände, die weniger teerig-düster aussehen, und ein schönes Treffen mit Finns Freundin und ihrer Mama im WoMo, das innen drin Sonne in die

trüben Tage bringt.

 

SPANIEN

In Spaniens Norden ist Navajun unser Ziel. Pyrit rausklopfen. Mit Werkzeug geht’s hinter dem kleinen spanischen Dorf auf die Suche. Der Ort ist bekannt für sehr gleichmäßige Pyrit-Formen. Ich dachte immer, die Form eines Hauses kommt natürlich nicht vor. Aber nun finden wir glänzende Quader und Würfel, perfekte. Manchmal sind noch kleinere Quader an den größeren dran. Wirklich fantastisch!

 

 

Kurz vor dem Strand, an dem wir echte Dinofußabdrücke im Fels sehen wollen, funktionieren beim Fahren plötzlich die Gänge nicht mehr, Simon muss in dem Gang weiter fahren, den er gerade hat – der vierte – und trifft den

Spontanentscheid, zur eben im Augenwinkel gesehenen Werkstatt zu kommen. Wenden im 4. Gang, Berg hoch und auf die

Hauptstraße abbiegen - mit mehreren Anläufen und rückwärts rollen lassen, bloß nicht den Motor ausgehen lassen! Die Kupplung stinkt extrem, es wird laut, aber schnell sind wir in der Werkstatt. Das abgebrochene Teil ist ratzfatz wieder

drangeschweißt. Insgesamt eine Sache von 10 Minuten. 10 Minuten in Aufregung aufs Bauchgefühl reagieren. Morgen wär Feiertag gewesen, wir waren gerade noch rechtzeitig. Wow. Glück, als wäre nix gewesen.

 

 

PORTUGAL

 

Im Vergleich zu letzten Touren, geht die Stellplatzsuche nun über Apps! Ohne große Sucherei finden wir superschöne Natur-Stellplätze.

Oft findet man dort Camper-Nachbarn, aber nie zu viele. Einen Campingplatz nehmen wir nur in Ausnahmesituationen (Wäsche waschen, Pool-Lust, krank sein,…). Im Gegensatz zu Urlaub für 2 Wochen ist das unsere Lebensart, da geben

wir nicht einfach fürs Stehen ohne Strom 20 bis 50 Euro/ Nacht aus. Außerdem entspannt uns Natur vor der Tür und die Jungs können sich bewegen, laut sein, bauen, klettern,...

 

In Portugal waren wir noch nie. Vom Gebirge im Norden fahren wir Richtung Atlantik. Auf dem Weg besuchen einen Bodensee-Freund von Noah in seinen Schulferien. Die Jungs sitzen in den Orangenbäumen. Ich bin begeistert vom süßen Duft der Orangenblüten. Auf dem großen Markt in Barcelos, die Stadt des Wahrzeichen Portugals, dem Hahn, gibt’s endlich eingelegte Oliven vom Bauern.

 

 

Portugal und Waldbrand. Im Norden rund um unsere Straßen war ein Großteil des Waldes verbrannt. Angebrannte Bäume stehen oft noch, Büsche wachsen schnell nach. Es sind die nicht heimischen Eukalyptuswälder, die brennen, ihre Blätter mit den ätherischen Ölen fangen rasch Feuer.

Auch Korkeichen fallen auf. Auf ihrer abgetragenen Rinde tragen sie eine Zahl. Das ist die letzte Ziffer des Jahres, in dem sie zuletzt abgerindet wurde. Nur mindestens alle 4 Jahre ist das Entrinden zugelassen.

 

 

Im Meer ist es noch viel zu kalt zum Baden. An Binnenseen sind wir öfter mal. Seit Frankreich fallen Noah die Angler auf. Nun geht er hin und lässt sich von ihnen das Angeln beibringen. Fragt auf Englisch, was er wissen will. Gibt sein Taschengeld bei Decathlon in der Angelabteilung aus. Übt und übt, alles was dazu gehört. Saugt auf, was er an Infos bekommt. Steht tatsächlich freiwillig um sechs nach Weckerstellen auf, um einen guten Fang zu machen.

 

Und dann ist er da, der große Moment: Ein Fisch an der Leine!

Sandro war dabei, die beiden saßen lange am Fluss. Sandro wird zum Freund. Er ist Komiker und Sänger einer Band.

In zwei Tagen hat er einen Auftritt in Lissabon. Wir sind eingeladen.

 

So lernen wir Lissabon kennen. Nicht von der touristischen Seite, sondern portugiesisch. Den idealen Stellplatz, citynah gibt’s noch dazu! Es ist ein alternatives Kulturzentrum mit Restaurant, Bar, verschiedenen Bühnen, Kinderspielplatz etc, in dem wir willkommen geheißen werden. Hier wird kaum englisch gesprochen. Die Innenstadt interessiert uns kaum, aber ich lasse sie mir nicht entgehen. Und als ich da bin, staune ich: Über all die Touristen. Ausschließlich deutsch oder englisch um mich! Die Innenstadt besteht nur aus Touris! Ein Flug zum Citytrip unter Landsleuten, so läuft der Hase. Nix für mich, schnell weg, durch die Gassen der Altstadt … wir sind anders unterwegs.

 

 

Wir fahren weiter Richtung Algarve. Nach einem Sturm findet Noah aus einem Nest gefallene Schwalbenbabys

 

Zu den Schwalbenbabys erfahrt ihr mehr auf dem Kinder-Blog
Zu den Schwalbenbabys erfahrt ihr mehr auf dem Kinder-Blog

 

Das Fischen bleibt großes Thema. Die Fischer freuen sich über ein Kind, das starkes Interesse zeigt und einfach mit ihnen still da sitzt oder sich gerne was beibringen lässt. Schwarzbarsche sind besonders lecker, findet Noah. Der Part, auf Tierschutz und Grenzen hinzuweisen kommt nicht zu kurz, und leider werden wir mehrmals Zeugen von respektlosem Umgang mit Fischen. Bei uns landen auf jeden Fall diverse Fische in der Pfanne, und verschiedene Fischer sitzen am Campingtisch.

Kinder sind Kontakteknüpfer.

Die Begegnungen sind überhaupt intensiv. Intensiver als vorher in Deutschland. Vielleicht liegt es an der Ruhezeit?

 

Im Kinder-Blog gibt's mehr zum Fischen.

 

Einige Wochen bleiben wir an der Algarve. Wir besuchen Freunde, die dort leben.

Es ist so, als würde man dazu gehören. Die Leute erkennen uns und grüßen auf der Straße, auf Märkten, und es ist so, als seien wir schon lange hier und ansässig. Wir dürfen uns wohl fühlen auf dem Gelände mit zwei anderen Familien in Lastern, Campo wird`s genannt. Tagesroutine kommt bald, mal Ausflug, mal Ruhe, mal Programm. Und immer Hühner und Trampolin und vor allem andere Kinder.

Finn möchte reiten und Geige spielen. Der Weg vom Campo zur Geigenlehrerin wird vertraut: erst durchs Gebüsch, dann die trockene, heiße Staubpiste zum Dorf, durch die Dorfmitte, am Kiosk vorbei bis zu ihrem gemütlichen Haus.

 

Die Algarve ist neben Tourigebiet auch Aussteigerareal. Wie Goa in Indien. Hier kommen die Leute erst in Bussen und bleiben dann. Leben einfach, mit wenig Mitteln, improvisieren, schaffen sich ihr kleines Paradies, fühlen sich freier als im Herkunftsland.

Wir sind auch Aussteiger. Inspirationen fürs „wie-zu-leben“ sind hier vielfältig. Der selbstgebaute Holzofen für Pizza ist der Hammer. Genauso wie die erfolgreiche alternative Therapie im Gegensatz zur schulmedizinischen Verschlechterung. Oder Rohkostbrot und – kuchen.

Wieso wird man zum Aussteiger? Was treibt Familien fort von Deutschland? Die Antworten lauten durchweg „zu viel Stress und keine Zeit für die Familie“ oder „Kind und Schulsystem passen nicht zusammen“. Jeder hat seine eigene Geschichte.

Mit Ohneschule sind wir ausnahmsweise nicht „alleine“. Der Umgang damit ist immer anders.

Im Laufe unserer OhneschulZeit entwickeln wir auf jeden Fall eine Richtung. Wir machen kein unschooling, wir entscheiden uns für homeschooling, Basiswissen. Wie wir unser homeschooling handeln, darüber schrieb ich bereits im ersten Blogartikel. Wichtig ist uns Resonanz, Feedback. Mit dem Kind, und auch mit anderen, die dem offen und ohne Vorurteile begegnen. Das gibt die Basis zum Verstehen und Wachsen.

Sobald der Weg anders ist als „normal“ wird das Thema sowieso ständig betrachtet. Neue Wege gehen ist Entwicklung. Wichtigster Parameter sind unsere Kinder. Wie sie auf uns wirken, was sie äußern und für Bedürfnisse haben. Was wir ihnen mitgeben ins Leben, die Verantwortung übernehmen die Eltern.

 

Was uns ziemlich was ausmacht an der Algarve ist der Wind! Der Wind und die Trockenheit. Es wäre toll, uns auch vor unserem Bus auszubreiten, aber nix ist vor dem Wegfliegen sicher. Der Wind ist so stark, dass Tisch und Stühle nicht halten, Sonnenschirm und Decken sowieso nicht und das Sonnensegel schaukelt unseren Bus wie auf dem Meer. Dazu ist es trocken. Es hat hier lange nicht geregnet. Wir selbst nehmen das nach dem vielen Regen im Norden nicht so heftig wahr, aber unsere Freunde müssen alle paar Tage ein Auto voll mit 6-Liter-Kanistern am Dorfbrunnen auffüllen, weil der eigene versiegt ist. Woanders kommt hier kein Wasser her.

 

Liebe Menschen und lieb gewonnene Hühner verabschieden wir ungern. Aber wir haben Lust, weiter zu entdecken, andere Strände, andere Orte, …

 

 

Ja, es gab fliegende Hühner, die nachts in den Bäumen schliefen, ganz natürlich. 

 

Portugals traumhafte Buchten. Einsame Buchten mit Höhlen und Strandbuchten aus dem Katalog – voller Touris.

Wir treffen ständig andere Familien im Camper, die Kinder haben täglich Kinder (meist deutschsprachige) um sich.

Ruhe ist hier an den Stränden der Algarve jetzt im Sommer kaum drin.

Wenn die Touris kommen, wird es uns zu voll und schlagartig werden die Preise hochgesetzt, wir wollen weiter.

 

 

In Portugal ist`s schön...

 

 

Wasser tanken im dörflichen Waschhaus...

 

 

weiter … SPANIEN 

 

Spaniens weite Strände, auch voll.

Kurz vor Tarifa liegt Afrika direkt vor uns, über ein bisschen Meer.

Auf dem weitläufigen Stellplatz in Tarifa sind unsere Nachbarn eine sechsköpfige Familie aus England. Der 4jährige fährt Motocross, die großen Jungs gehen angeln, die Mama mit Babybauch sitzt bei uns in der Bustür mit ihrem Tee. Das sind Momente, die bleiben. Sie erzählt, dass sie alle Kinder in der Natur geboren hat. Es gibt da einen speziellen Ort in England, an dem Frauen, die in der Natur gebären, Rückhalt von Fachleuten haben. Sie strahlt etwas Selbstverständliches, Natürliches und Warmes aus.

 

Spanien ist auch trocken. Ziemlich trocken. Dass es noch trockener geht, und heißer, merken wir als wir ins Landesinnere fahren.

Erst streifen wir für einen Tag Großbritannien und sitzen neben Affen. Lange stehen wir im Stau vor der Einfahrt nach Gibraltar, am Längsten hält uns die Parkplatzsuche in dem kleinen Ableger Englands auf. Bei der Einfahrt fährt man über das Rollfeld der Landebahn. Mal rollen Autos, mal rollen Flieger darüber.

 

Wieder in Spanien Richtung Landinneres finden wir einen idyllischen Stausee in Andalusien. Herrlich!

 

Dann weiter zu den heißen Schwefelquellen bei Granada. Mitten auf dem Hügel in den Olivenhainen sind zwei Becken und ein Naturbach, das ist ein Erlebnis! Die Hitze verführt zum Nicht-tun-Können, man kann nur gelassen sein und nicht kompliziert denken.

 

 

Mitten durch Spanien im Sommer ist wow. Hauptsache: Wasser dabei!

Alles Wasser wird warm, an Tankstellen gekauftes kaltes Wasser wird binnen kurzer Zeit ebenfalls warme Brühe. Am Liebsten will man nur rumliegen oder rumsitzen, Hauptsache keine Extra-Anstrengung. Die 3-4 Liter Wasser saugt mein Körper auf. Klimaanlage gibt’s nicht im Bus, angenehm ist`s von 22 bis 9 Uhr.

Madrid schießt plötzlich empor inmitten der trockenen Olivenberge – da wachsen nur Olivenbäume ohne Unkraut, soweit das Auge reicht, Monokultur.

Hinter Madrid wieder Olivenbäume, Hitze, Trockenheit, Hitze, Trockenheit, die Landschaft ist braun, alles ist braun, manchmal rot-orange, grün gibt es nicht mehr, außer in Madrid natürlich.

 

Am nächsten Tag ostwärts verändert sich etwas: Es riecht feucht, es wird grün, wir saugen alles auf, Bäche sprudeln die Berge runter, Kühe, Esel, Schafe, Ziegen, Walderdbeeren, Thymianduft. Grün tut gut! Die Pyrenäen!

 

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