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Heartbeat Now! Der Blog.

Aktuelles

Bayerischer Wald. Mittwoch, 30. Dezember 2020

 

Aus eigener Kraft

Es ist gar nicht so anstrengend, wie wir dachten. Vor allem macht es Spaß!

Und die Menschen, die uns entgegen kommen strahlen! Das fällt auf.

Jeder, der diesen Berg hinuntersaust, ist aus eigener Kraft da hoch gelaufen mit Skiern oder Schlitten und genießt es, schätzt es umso mehr.

Es wird bewusster, was es bedeutet oben zu sein.

Es ist nicht dieses zackzack schnell hoch und runtersausen, und wieder den Lift und oben sein und ratzfatzrunter.

Es ist anders. Wie ja alles gerade. (Lifte außer Betrieb wegen Corona)

Wir sind ständig am Lachen, vor allem weil Blue uns auch noch die Piste runterzieht!

 

Für alles was ist und was war dieses Jahr sind wir dankbar.

Dass wir nun den Berg auf diese Art und Weise erklimmen dürfen.

Dankbar für all die kleinen Momente, die wir hatten, für die Begegnungen, für das Glück.

Die letzten Tage des Jahres sind gemütlich, was braucht ein Mensch mehr um sich geborgen zu fühlen, friedlich, gesund. Leider ist das nicht selbstverständlich für viele.

Wir danken für Momente, die bleiben - unzählige, die ich im Blog beschrieb und andere.

 

Dass meine liebe Tina zu Besuch kam war ein wunderbares Geschenk. Menschen mit gewisser Art fallen auf und ich liebe sie so sehr, sie ziehen mich an, gerade weil sie es anders machen und sich das trauen. Ich nenne es die Große-Herz-Art. Da steht Tina mitten auf dem Supermarktparkplatz und weil ihre Tochter mit ihrer Freundin trödelt und nicht zeitig zum Auto kommt, beginnt sie laut wie eine Henne zu gackern. „Was waren sie schnell wieder am Auto!“ Das sind Geschichten, die bleiben und zaubern ein wiederkehrendes Lächeln auf dem Gesicht.

 

Jetzt hab ich nur einen Herzensmenschen hier namentlich erwähnt, aber das steht für so viele, denen wir dankbar sind für ihre Art und ihr Dasein, ihre Geschenke, ihren Zauber. Auch unserem neuen Familienmitglied - Hund Blue.

 

Durchhalten ist auch etwas, was dieses Jahr an Bedeutsamkeit gewann. Positiv bleiben und vor allem gelassen. Durchhalten, auch wenns nicht nach Erfolg aussieht.

Es können die tollsten Dinge rauskommen.

Wenn man wirklich was will. Sich hingezogen fühlt. Das bist du und dann wirkst du.

Das kann die Meinung eines tibetischen Lamas ändern, es kann bringen, was du vorher nicht geahnt hättest.

Erstaunen.

 

Aus eigener Kraft – das wünschen wir euch fürs neue Jahr -  es muss nicht immer Erfolg sein, aus eigener Kraft etwas schaffen, was an Erfahrung bereichert, Ideen umsetzen, da sein, Kleinigkeiten die Großes sind.

 

 

Habt ein Gutes 2021, trotz allem!

Bayerischer Wald. Dienstag, 22. Dezember 2020

 

*** FROHE WEIHNACHT, ERHOLSAME TAGE ZWISCHEN DEN JAHREN & EIN GLÜCKLICHES 2021 ***

Bayerischer Wald - Deutschland. Montag, 30. November 2020

 

Kurzer Rückblick:

 

Im Herbst 2018 kritzelte Herbert seine Tipps für unsere Marokkorunde aufs Papier. Die Städtenamen sagten uns nichts, aber seine Begeisterung für einen ganz bestimmten Ort merkte ich mir: Es war Tafraoute.

 

Im März 2020 überrumpelte uns der Corona-Lockdown genau dort, in Tafraoute.

 


 

Wir waren gerade angekommen, saumäßig froh, den Ort nach 500 km mit abgesacktem Motor wegen Wellblechpiste und Wüstenjump erreicht zu haben.

 

Tafraoute wurde vertraut. Hunderte Reisende umlagerten die kleine Stadt. In unserem Palmenhain befanden sich in direkter Nähe um die 15 Fahrzeuge. Wir waren bestens versorgt. Die Kinder hatten Kinder zum Spielen. Es gab Vieles, was in dieser besonderen Zeit die große Bedeutung von dem, was wirklich zählt, zeigte. Grundbedürfnisse Wasser und Nahrung wurden erfüllt (wir waren in einem Händlerstädtchen gestrandet und täglich kam der Wassermann mit seinem 1000 Litertank vorbei), Kontakte, teilen, füreinander da sein, gegenseitig helfen, zusammen erleben. Reisefreunde und Einheimische, die wir wochenlang um uns hatten, bleiben inniger als sonstige Reisekontakte.

Medizinische Versorgung brauchten wir zum Glück nicht weiter – gerade im Feststecken wurde sehr bewusst, dass wir dort in Afrika waren. Die Rückreise nach Europa wurde unklarer und schwerer zu organisieren, der Lockdown wurde verlängert und verlängert. Die meisten Reisenden nahmen ein Schiff nach Europa zurück, einige harren jetzt noch immer guter Dinge aus.

Wir blieben, bis wir die letzten im Palmenhain waren, bis die Hitze unerträglich drückte und bis das Reisen wieder erlaubt war, dann taten wir es. Endlich zum Meer. Wasser hatte eine neue Bedeutung bekommen.  Weiter gings über Umwege zurück am Rand der Wüste in den Norden.

 

Medien klingen dramatischer als es ist, jeder will lauter klingen – aber das Reisen blieb und bleibt undurchsichtig. Ländergrenzen dicht, Lockdowns, wir entschlossen über den Winter zurück nach Europa zu fahren und Freunde noch in den Sommerferien zu erwischen.

 

Die deutsche Botschaft brachte uns auf eine Fähre nach Spanien. Offizielle Fähren fuhren nicht.

 

Einen Monat fuhren wir von Spanien bis Freiburg. Fühlten uns vertraut an altbekannten Orten auf dem Weg, trafen Menschen denen wir Monate zuvor begegnet waren, Noah angelte mit denselben Anglern. Wir erlebten Strände in der Coronazeit, verschiedene Auflagen in verschiedenen Ländern, kamen an schöne Orte, immer mit unserem „Zuhause“ dabei.

 

Deutschland beeindruckte uns mit Unmengen an guter Qualität, Regalvielfalt und einfach nur, weil alles wieder deutsch war. Um uns wurde deutsch gesprochen, es gab langersehnte deutsche Bücher und Zeitschriften (die uns wegen schreckhafter Coronameldungen abschreckten gekauft zu werden), wir machten unsere erste Wanderung im Schwarzwald bei Dauerregen und genossen es, es störte überhaupt nicht.

 

 

Eindrücke unserer letzten Monate per Fotos...

Im Lockdown in Tafraoute, wenn ich Abwechslung brauchte, schwang ich mich aufs Rad und rief „Ich fahr nach Bayern!“ - dann fuhr ich auf einen wohligen Plausch zum niederbayrischen Pärchen 200 Meter weiter.

 

Und jetzt sind wir in Niederbayern. In einem Haus. Unser treues mobiles Heim steht ausgeräumt vor der Tür.

 

Die Zeiten sind wild, jeder schaut wie er damit zurechtkommt. Wir haben es gut. Und die Zeit, die hinter uns liegt macht uns dankbar und demütig….und natürlich wehmütig J

 

Die Jungs genießen es, in Deutschland zu sein, Freundezeit ist aufgefrischt und Hausleben ist wieder neue Dimension. Was wir alles schätzen nach unserem minimalistischem Vanlife! Platz, Ba-de-wan-ne, Wasser ohne ständig extrem sparsam sein zu müssen, Geräuschreduktion durch Tür zu, eine Waschmaschine! Oder nasses Gras und Moos. Der Homeschooling-Alltag bleibt, die Jungs lernen Zuhause ohne Maske. Die nasse Kälte ist noch Gewöhnung. Blue hat zum ersten Mal vereiste Pfützen und Schnee kennen gelernt.

 

Wer nicht gut erzogen ist, fällt irgendwie besonders in Deutschland ziemlich schnell auf. Geordnete Wege, Regeln, Gesetze, auf jeden Fall ordentliches Benehmen. Wenn man das nicht hat folgen die schiefen Augenblicke. Es wird mit dem Finger gezeigt oder der Zeigefinger wird erhoben oder Gemecker. Ich frag mich, was das bringt. Uns fallen Deutsche im Ausland nicht selten durch Schimpfen auf. Ich bin auch deutsch, eine gewisse Art ist mir da einfach intus. Für geordnete Wege und Benehmen arbeiten wir zurzeit in der Hundeschule J Es macht Spaß.

 

Wir scheinen aber nie ganz deutschlandreif zu sein. Angsthype, Newsschlagzeilen, zu leben was sich hier gehört, beirren nicht - wozu brauchen wir überhaupt Klopapier?

 

Uns fehlt das lockere Südländische und das Lachen, die Lautstärke der Mentalität und am meisten doch wirklich die Sonne (wer hätte das gedacht!).

Und wenn wir unterwegs sind, dann fehlt uns die verlässliche deutsche Art, das Vollkornbrot, mit Regenwasser aufgesogenes Moos, Wiesen, die guten Bioläden.

 

Immer vermisst man, was man nicht hat. Überall ist`s schön. Die Vielfalt zu erleben ist etwas ganz Wunderbares und zeigt, dass alles wertvoll ist. In Marokko macht es bewusst, wie wichtig Wasser ist. In Deutschland macht es bewusst, wie gut die Sonne tut. Und egal wo, die Menschen denen wir begegnen machen es aus. Es wird bewusst, wie wichtig für ein gutes Miteinander Rücksicht und Respekt sind, Verlässlichkeit und trotz der Umstände gute Stimmung bewahren.

Egal wie verschieden man ist, miteinander zu sein und zu helfen, dem Mensch in jedem nahe kommen und sich zu nehmen wie man ist, im Positiven, das hat tief beeindruckt.

 

Wir haben viel mitgenommen aus diesem Jahr. Während dem ersten Coronaspektakel in Marokko zu sein,  hat sich für uns als "genau das, was wir brauchten" rausgestellt.

 

Alex & Andre ein großes Danke, ihr seid megaherzig in uns verankert, es war so schön euch noch kennenzulernen in Marokko, wir haben uns pudelwohl mit euch allen gefühlt! Dir Johannes großes Danke für die Infos über Marokko, die Beruhigung durch das Wissen wie zu handeln falls etwas Medizinisches ist. Oberwertvoll!

Wärmstens zu empfehlende Adressen für den nächsten gelungenen Marokkourlaub - weil ihr gut aufgehoben seid:

Reisen nach Marokko - Ihr Spezialreiseveranstalter für Marokko - www.maroc-mobil-mondial.eu (Johannes)

 

Jetzt sind wir also zurück in der Heimat. Die Zeit ist verändert, die Stimmung im Land ist gedrückt. Als wir über die Grenze bei Freiburg kamen mussten wir unseren altbekannten Platz verlassen, nächtigen war nicht mehr erlaubt, also Rückzug nach Frankreich. Nun liegen bereits wieder Wochen hinter uns in Süddeutschland, nicht wenige davon im Haus. Ankommen dauert. Unsere Lebensart hat sich festgesetzt.

 

Was bedeutet Heimat? Unser Heim ist unser Mini-Unterwegshaus, unser Alltag die Welt und neue Begegnungen geworden. Unsere Heimat, wo wir herstammen ist herrlich und unsere Wurzel, nun wird weiter gewachsen.

Wir tüfteln wie & wo. Kein Kopfzerbrechen, es soll fließen.

 

Endlich hatten wir Europa verlassen, bekamen wieder den Weitblick durch Einblick in Anderes als Wohlstandeuropa. Es führt vor Augen, wie unschätzbar gut wir es hier haben. Es macht dankbar.

 

Nun sind wir wieder zurück. Mit Blick auf die spezielle Situation und unsere Bedürfnisse wird geformt.

 

Unkonventionell fällt da auf, wo konventionell gelebt wird. Die Jungs wollen mitreden was sie lernen, das reine Gelehrt werden sind sie nicht (mehr) gewohnt. Unterwegs lebten wir klein und lernten dadurch, mit dem zurechtzukommen, was wir haben. Teilen und zusammen freuen ist was Schönes. Mehr Zeit zusammen als früher ist unser größtes Geschenk, und genau das ist auch herausfordernd!

 

Dies ist eine Zwischenpost von dort bis hier. Ich hab vor, auch von unserem „Unterwegs-in-Deutschland-Bleibeort“ zu erzählen.

 

Habt`s gut miteinander, seid frohsinnig – trotzt, euch unterkriegen zu lassen J

 

Gasteinertal - Österreich. Dienstag, 6. Oktober 2020

 

Wie die Zeit vergeht! Und sie war voll.

Reich beschenkt mit Wiedersehenfreuden am Bodensee fuhren wir weiter nach Österreich. 

Tatsächlich stapften wir dort durch Schnee (der ist mittlerweile geschmolzen wegen dem Regen).

Allmählich kommt die Ruhe zurück, dann folgen die Eindrücke der letzten Wochen auch hier auf dem Blog.

Geduld noch. Nicht drauf warten, sondern was Schönes machen, was Mutiges oder Gemütliches :-)

Schwarzwald - Deutschland. Freitag. 28. August 2020

 

Wieder da! 

Kühle, Nässe, Grün. 

Seitdem wir in Frankreich waren gibt`s wieder frische Nächte und grün in Fülle um uns - seit Monaten der Hitze und Trockenheit.

Und plötzlich ist alles um uns, wovon wir im Lockdown in Südmarokko das ein oder andere sehnlichst wünschten.

Etwas erschlagen vom Überangebot und der Perfektion. Dennoch:

Schön ist es, hier zu sein! Wir sind dankbar für das, was war und wie es ist. 

Und nun schaun wa ma ...

Bis baldi.

Vorherige Blogeinträge von der speziellen Zeit in Marokko 2020 findet ihr hier: