Familien Reise Abenteuer


Heartbeat Now! - Aktueller Reiseblog

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Bayerischer Wald - Zeit der Wintersonnenwende, 21. Dezember 2023

 

What a year!!! What a year!

 

Nun gehts endlich auch hier weiter...

 

Das letzte Mal solch Fülle an völlig verschiedenen Momenten hatten wir tatsächlich 10 Jahre zuvor erlebt, 2013: Schweizer Arbeitsalltag, Entscheid Overlanding Russland Mongolei ab dem 6. Schwangerschaftsmonat, Geburt in Indien. Nun 2023 startete das Jahr für uns am damaligen Geburtsort in Indien, wurde als Roadfamily fortgeführt... Neben Beaches, Kokosnüssen, frischen Mangos und Litschisaison, für Simon und mich leckerem Essen in Indien und für die Jungs leckerem Essen in Nepal, Begegnungen mit Menschen nach 20 Jahren, herzlichster Gastfreundschaft, kulturellem Auf-den-Kopf-stellen galt es Herausforderungen zu meistern von Südindiens Hitze über Lösen diverser Fahrzeugprobleme, durch Pisten und die Höhe im Himalaya in Nepal, die zunehmend krass feuchte Hitze und die monsungefluteten Strassen in Pakistan, Flucht vor der pakistanischen Polizeieskorte (Vorsicht: keine Vorbildaktion!), kurz drauf zur heißesten Zeit durch die 55 Grad trockene Wüste Lut im Iran mit den toten Kamelen neben der Strasse... jeder einzelne Tag war intensiv. Uns trieb Finnis Wunsch zum 10. Geburtstag in Norddeutschland zu feiern. Es wurde sowieso Zeit zurück in die Heimat zu kehren, einfach weil es sich so passend anfühlte. Wegen der Hitze und der Zeit flogen wir beinahe auf den Strassen zurück, pausierten in Armenien am Badesee und in duftenden Blumenwiesen im hohen Kaukasus, flogen weiter auf den Strassen zum Festival der Bildungsvielfalt bei Berlin. Unser Fidibus schnurrte ab Nordindien. Und dann waren wir tatsächlich da: Am 10. Geburtstag feierte Finn mit vielen Kindern erst im Schwimmbad, später wurde im Garten gegrillt. Wir hatten ein sehr glückliches, erfüllt strahlendes Geburtstagskind!!  

Noah und Finn haben sich ihre Pokale „FamilienReiseAbenteuer: Erfolgreich bestanden.“ nach 5 Jahren Reiseleben wohlverdient.

 

Wow. Plötzlich.

Norddeutschland.

 

Das „Septre“ (Septembertreffen) Festival der Bildungsvielfalt war genau das Richtige für uns Neuankömmlinge zurück in Deutschland/Europa in schulfreier Situation. Infos, Eingemachtes zur rechtlichen Situation und schulexterner Bildung, Austausch, Treffen alter Reisefreunde war herrlich und formte unser weiteres Vorgehen. Sogar für die deutschlandtaugliche Weiterfahrt fanden wir hier jemand ganz Tolles, der uns seinen Ersatzreifen gegen unseren schlimmsten geglätteten = profilfreien Reifen vermachte!

Nach erfolgreicher Rückkehr Mitte September sackte die Schnelligkeit, die hinter uns lag.

Im Juni waren wir noch in Pakistan, bis Anfang August im Iran. Inklusive Arbeits- und Homeschoolalltag zweimal 4000 km am Stück unter teils extremen Klimabedingungen. Die Folge: Erstmal frieren im September, dann krank sein. Richtig doll. Erkältet. Das dauert. Unsere Körper brauchen Zeit und wir geben dem Ankommen Zeit.

 

Irgendwann wurde Fidibus ausgeräumt und gleich wieder eingeräumt. Alles mit Arbeits- und Homeschoolalltag, Sortieren des Hab und Guts nach kommender Wintersaison im Fidibus oder Lagern im Haus. Bei Oma und Opa in Norddeutschland haben wir Platz und eine Wohnung für uns. Wir haben kein Zuhause in Hausform, das macht es weiterhin herausfordernd – wie schön wär es anzukommen, auszuräumen, sich gleich einzurichten, sacken zu lassen und neu zu planen. Uns ist sehr nach Ruhe. Dass dieser Zwischenzustand nach 5 Jahren unterwegs sein und einen Ort finden fordernd wird, war klar. In diesem „durch da“ sind wir also gerade mittendrin, das braucht Zeit. Wir suchen einen neuen Platz für uns.

 

Im Norden hatten wir sonst noch gut Programm: Dachboden räumen (Spätestens hier das Gefühl, als ich Barbie und Ken in den Händen halte und schon mit Mama im Film Barbie war: Waren wir jemals weg? - sehr weit weg und unrealistisch fühlt sich die Tour schon wieder an)  Noah freute sich, den Garten zu machen und Geld zu verdienen und über Platz, mit Holz zu arbeiten. Sozial wieder andocken ist uns wichtig, Zeit nehmen für Freunde, Teil sein, teilen. Im Norden sind viele Kinder in der Nachbarschaft, es ist der Ort unserer Orte, wo wir am meisten sozial eingebunden sind. Genau das, was wir in Asien vermisst haben, ist nun in Fülle da und wird voll ausgelebt. Finn ging das erste Mal in seinem Leben Schule schnuppern.

 

Und gefuttert wird was geht, alles sehr vermisst! Wir drücken ein Auge zu... es darf genossen werden! Nur ich selbst knapse noch rum mit rezidivierenden heftigen Durchfällen seit Pakistan. Allmählich wird es besser, bei sämtlichen Untersuchungen kam nichts raus, Darmflora wurde & wird weiterhin aufgemöbelt und Besserung ist da.

 

Da oben im Norden... die Nordsee, das Moor, die grüne Weite... eine ganz eigene Stimmung.

Bika wurde untersucht, leider „musste“ sie das dritte Mal gegen Tollwut geimpft werden, damit sie einen Heimtierausweis zum Reisen bekommen kann (laut diesem Tierarzt, denn einmal Tollwut ist eigentlich ausreichend für 3 Jahre). Sie reagierte wie früher mit ihrer Haut darauf und es kommt der Verdacht auf Leishomaniose (hatte dann Bedenken, dass sie diese Krankheit durch Moskitobisse auf die Jungs übertragen hätte können). Diverse Tests für über 300 Euro, negativ. Ihr Immunsystem reagiert einfach schnell, ihr Fell ist noch wahnsinnig dünn. In unserem Umgang mit ihr merken wir unsere Art noch klarer, was wir auch schon fehlerhaft bei Blue machten. Auch dafür sehnen wir uns nach einem festen Ort, mehr Ruhe zum wirklichen Einlassen, regelmäßigem Training. Unsere Lady zittert in der Kälte, sie hat dafür eine Jacke bekommen und wir machen es ihr gemütlich. Bika ist eine richtige Schlafmütze und unsere Jungs lieben es, mit ihr zu kuscheln.

 

Überraschend und prägnant in Norddeutschland war noch der Auftritt des Jugendamtes, wovon drei Mitarbeiter plötzlich unangekündigt vor unserer Tür standen. Zum Check zur „Kindeswohlgefährdung“ wegen Nichtschulbesuch, obwohl wir nur bei Oma und Opa zu Besuch waren.  Die Gemeinde, weil wir dort einen neuen Ausweis beantragten, übetrug einen Brief, in dem ich unsere Meldesituation erklärte, an das Jugendamt. Kinder nicht in der Schule, wird sofort gecheckt.  Es entwickelte sich ein gutes Gespräch, auch für die Mitarbeiter eine neue Situation. Sie waren aufgeschlossen und lösungsorientiert und besonders wichtig: interessiert statt verurteilend. Unsere Jungs waren zwar von dem anfänglichen Satz „Ihr braucht keine Angst zu haben, dass wir euch euren Eltern wegnehmen!“ irritiert, aber zeigten und erzählten, und wir freuen uns ja über alle Fragen, denn Offenheit im Umgang damit ist uns wichtig. Wir haben nichts zu verstecken und leben einfach anders. Viele wissen nicht wie das „anders“ funktioniert. Es ist wichtig das zu teilen, sonst entstehen Vorurteile und Nichtwissen.  

 

In Norddeutschland setzten wir uns einen Stichtag der Abfahrt, wir hätten uns noch ewig weiter verabreden können mit so vielen lieben Menschen! Aber unser Plan sollte weitergehen! Im November...

 

Gleich bei Abfahrt leuchtete die Batterie. Zum Glück erholte sich das durch Aufheizen des Motors mit der Zeit und irgendwie bekam die Lichtmaschine doch noch den Dreh (die in Südindien aus drei Teilen zusammengesetzt wurde). Wir erreichten Bayern tief in der Nacht. Kurzes Hauseinräumen der Dinge, die wir nicht weiter mit auf Tour nehmen, Pakete beschnuppern, die wir aus verschiedenen Ländern in unser „Lagerhaus“ in Bayern zurückschickten, und weiter rollen die Reifen...

 

In diesem Fall an einen nächsten Ort, der zu uns gehört. Bodensee westwärts.

Der Martinimarkt der ehemaligen Waldorfschule war die Gelegenheit, alte Freunde zu treffen und das ehemalig vertraute Gebäude zu beschnuppern. Toll toll toll, natürlich megaeindrucksvoll. Am Eindrucksvollsten die Wandlung der damals 10jährigen bis heute 15/16jährigen. Da stehen nun die Freunde mit dunkler Stimme hochgewachsen vor uns. Wow. Noah dockt an und freut sich total, über den Jahreswechsel mit seinen Freunden auf Skifreizeit in die Schweiz zu gehen. Wertvoll, wie Freundschaften, das Interesse aneinander trotz der Distanz bleiben! Auch Finn, obwohl damals noch jung, freut sich an seinen alten Orten wie Kiga, Bauernhof, Exhaus und Freunden. Es ist dann so, als wäre es gestern gewesen... zeigt die Zugehörigkeit, wie Orte und Menschen zu einem gehören.

Wobei ich ja mittlerweile fast Heimatgefühl auf „der ganzen Welt“ habe, weil der Reiselebensstil so vertraut ist und all die Plätze in der Fremde, die Begegnungen, natürlich alles, was wir erlebten, Orte und Menschen auch zu uns gehören.

 

Auf dieser Süddeutschland-Tour ging es primär um Kontakte auffrischen und wichtige Arzt- und Klinikbesuche. Frankfurt, Ulm, Freiburg, München und die Schweiz. Unsere Haussuche wird nun doch aufs neue Jahr gelegt. Das Soziale war eben wichtiger, und das Gesunde. Und nun ist die Luft raus, wir sind stuff, wollen keine neuen Eindrücke mehr, nur noch Ruhe. Dafür ziehen wir ein paar Wochen über den Jahreswechsel in unser „Lagerhaus“ tief im bayerischen Wald, wo einfach mal nicht viel los ist und uns kaum jemand kennt.

 

Den ersten Wintereinbruch mit intensivem Schneefall haben wir auch hinter uns!

Am ersten Dezemberwochenende dauerte es,  damit im Fidibus wieder umzugehen, ja, wir froren erst bitterlich mit umschlungenen Yakwolldecken, eh wir checkten, dass der Gastank nicht nur zugefroren sondern alle war. Unser wunderbarer Holzofen wurde wieder in Gang gebracht! Vor dem zu sitzen, ob die Jungs beim Frühstück wenns draußen schneit oder nachdem für mich alles Tagestun vorbei ist mit leckerem Glühwein... so die letzten Jahrestage verbringen nach diesem ganzen reichen Jahr... dankbar - was will man mehr?!

 

Bika liebt Herumtollen im Schnee, wir durften ein echtes Legowinterwonderland erleben und Weihnachtsmärkte, bei denen wir irgendwann aufgrund unseres vielen Ortswechsels gar nicht mehr wussten, welcher das jetzt auf Anhieb ist... all sowas, was wir zu Weihnachten woanders in der Welt mega vermissten.

 

Für Noah gabs noch ein Beratungsgespräch zum Procedere Richtung Schulabschluss. Falls er nicht zur Schule möchte, kann er zur mittleren Reife durch die „Kern-Bildung“ begleitet werden, oder er möchte doch eine Ausbildung machen und erhält dadurch die mittlere Reife. Das entscheidet sich, wenn wir eine neue Heimat gefunden haben. Und die suchen wir nun tatsächlich an einem neuen Ort, nicht an einem, der schon zu uns gehört.

 

Falls du, liebe Leserin oder lieber Leser, eine Idee für einen passenden Wohnort/Haus (großzügiger Alpenraum) für uns hast, freuen wir uns sehr darüber! Bitte kontaktiere uns über das Kontaktformular, ganz herzlichen Dank!

Ihr habt die Möglichkeit Fragen per Kommentare zu schicken, oder einfach so zu schreiben...

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Deutschland bei Berlin, 07. September 2023

  

Minisammelsurium an Rückreiseeindrücken seit Pakistan

   & Glasscheibenwelt-Tanzpartygedanken

      & absolut frische Ersteindrücke back in D

          ...

 

MOIN ihr Lieben,

 

wir sind gerade über die deutsche Grenze. Wahrhaftig.

Nach über 2 Jahren mit unserem Fidibus zurück in D.

 

Bika war irritiert vom Geräusch der rollenden Mülltonne, die auf die Straße gebracht wurde. Wie lange wir dem nicht mehr gelauscht haben! Nach unserem Reisen wissen wir noch mehr, dass Mülltonne auch nicht gleich super Entsorgung ist. Kann auch in Osteuropa, Asien oder Afrika landen. Ist nur für den Müllmacher schön - aus den Augen aus dem Sinn. Und in der Tat genießen wir das saubere Deutschland. Kaum herumliegender Müll. Die lieben Straßenhunde fehlen uns.

 

Es tut mir leid, euch hier auf dem Heartbeatblog noch nicht mitgenommen zu haben auf die Rückreise, die frisch hinter uns liegt.

Für mich ists herausfordernd auf allen Partys zu tanzen, Glasscheibenweltdinge sowieso, und das Teilen auf verschiedenen „Kanälen“: Nicht nur auf dem Heartbeatblog, wo längere Texte mit vielen Fotos ereignisweise kommen – (die Umsetzung von einmal wöchentlich hatte ich mir mal vorgestellt). Auch auf Polarsteps, wo unsere Route live mitgeht. Und der Whatsappstatus für die Engsten (das Reinstellen geht wunderbar schnell). Bei Instagram sind easy Videos und Bildgruppen einzufügen, macht immer wieder Spaß, wobei ich kein Instagram Fan bin (aber einmal angefangen…). Aufmerksamkeit also nicht fokussiert, sondern schön verteilt, ergibt überall nix richtiges. Ist nun so. Unterwegs hab ich genug um die Ohren, als mich um strategische Onlinedarstellung zu kümmern. Und sowieso Familienprio. Wo Energie einsetzen ist wichtiger Punkt geworden in unserem engen Leben im Fidibus in echt fremden Welten mit unserem Arbeits- und Lernalltag. Kein unter Druck setzen, um was nach außen zu bringen, das in dem Moment eh keinen Energieausgleich bietet. Seltenes Schreiben zeugt von intensiver Beschäftigung, ob zu tun oder den Moment genießen. Schreiben tu ich supergern, genauso wie Teilen und Bilder bereiten - wenn Setting und Lust stimmen.

 

Klar könnten wir "angesagten" Content unseres Reiselebens bringen (so gesagt wegen momentanem Vanlifeboom). Nur sind wir weder Selbstdarsteller, noch für die Aufarbeitung zeitinvestierende Foto- & Videoappkenner, noch eine Familie, die sich ständig für öffentliche Fotos positioniert, noch euphorische Reisebeginner oder sensationsgeil und auch keine Followersammler. Eine minikleine Gruppe reicht, die sich wirklich interessiert und die versteht, dass wir unser Reiseleben genießen und dabei präsent sind. 

 

Manchmal wuselt mein Kopf, was ich gern an Reiseinfos teilen würde, wie von unserer Homeschooling Gestaltung erzählen, was von schwanger und Geburtsorga irgendwo in der Welt weitergeben, oder wie wir die Enge im Fidibus über all die Jahre aushaltbar machen, wie mit anderen Kulturen engagieren, von was wir leben und wie das mit Versicherung, Kindergeld, Anmelden läuft, was sich in der Entwicklung der Kinder verändert im Vergleich zum „normalen“ Kinderalltag, was das mit uns als Familie macht, wie mit fordernden Momenten, Gefühlen umgehen in der Fremde etc ...

Gestalten geht gut in der Ruhe. Danach sehnen wir uns jetzt. Nicht noch mehr Weltinput zurzeit.

Wie wir leben, werden wir sehen, was wir brauchen wird sich entwickeln. Entweder wirds passend oder vielleicht geht’s auch wieder irgendwann weiter, im anderen Reisemobil (können wir uns allerdings zeitnah nicht vorstellen).

Unser Fidibus hat nach 460.000 km mit uns den Indienkreis geschlossen und uns treu gedient, von Wüstenjump und Mustangpiste bis 130 kmh auf den Autobahnen, ein absoluter Wow-Umbau von Simon.

 

Jetzt sind wir also zurück, was auch immer zurück bedeutet, da wir keinen festen Wohnort haben.

 

Bis zum 1. August im Iran, eine Woche davor noch in Pakistan, lang ist das nicht her. Dann nahmen wir uns Zeit für den Kaukasus zum Ausruhen und Ankommen in etwas vertrauterer Welt. Armenien, Georgien – beide Länder länger, Türkei, Bulgarien, Serbien, Ungarn, Slowakei, Tschechien – auf Durchreise.

 

Und nun die unspektakuläre Deutschlandeinfahrt auf der Autobahn. „Da steht ja alles auf deutsch!“, obwohl wir das wissen, betonen die Jungs es trotzdem noch. So lange hatten sie irgendwelche fremden Zeichen auf den Schildern auf persisch, kyrillisch, hindi, nealesisch, whatever. Einfahrt ist sonst recht nüchtern. So das Megagefühl ist es nicht. Wann waren wir das letzte Mal mit Fidibus hier, ok so lang ist das nicht her, Sommer 2021. Unser erster Einkauf bei der Tanke! Immerhin sind die Preise spektakulär. Ein halber Liter Wasser 3,79 Euro – geht’s noch? Stellplätze zum Wassertanken für 20l Wasser 1 Euro – äh, echt? Haben wir alles „geschenkt“ bekommen unterwegs. Bekommt man hier eigentlich auch was geschenkt? Muss ja nicht gleich der Diesel sein wie im Iran… ;-) Zum Glück kann ich mit der lieben Tankstellenverkäuferin gut über die Teuerheit schnattern.

 

Die Rückfahrt ab Lahore war … interessant. Erst schwammen wir sozusagen im Monsunregen aus der Stadt, dann schnurgerade Autobahn, Fluchtspiel vor der pakistanischen Polizei, damit sie uns für die nervige Eskorte möglichst spät einsammelt, dann tauschen wir die bisher feuchte Hitze zur trockenen und in der Wüste haben wir schließlich um die 55 Grad. Unser Kühlschrank kollabiert und es ist mit Ventilatoren und einem kleinen Kühler etwas aushaltbarer. Am Straßenrand wird reines Eis verkauft und Wasserflaschen kaufen wir grundsätzlich gefroren, tauen eh gleich auf. Mein Kopftuch im Iran binde ich nur nass um, nach 10 Minuten trocken. Fahren fahren fahren.

 

Genaueres später im Rückreisebericht, erstmal überhaupt ein Lebenszeichen. Auch vor allem Armenien haben wir seeeehr genossen – schönn grün, Georgien war auch herrlich in der Bergen, baden war noch vor ein paar Tagen im Schwarzen Meer, Klosteransicht in Bulgarien und ein frischer Wald gesessen, so schnell sind wir auch schon wieder zurück.

 

Leute, alles ist ganz nah dran, wenn man fährt merkt man das, unser Planet - wir alle, wir merken das nur nicht und andere Welten scheinen uns soweit weg, weil wir nicht dahin reisen. Die Zusammenhänge sind – wow!!

 

Für den Vorgeschmack schonmal ein paar Bilders aus von Indien bis Rückkehr Europa… jedes Land mal kurz…

 

Und ja, sorry dass fürs Tanzen, keine Regelmäßigkeit, kein Kontinuität in den Berichten (immerhin sind wir kontinuierlich gereist und damit geht Unregelmaß einher) - auf Instagram, Polarsteps ist auch bisserl was nachzuschauen.

Bis mehr baldi!

 

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Quetta, Pakistan - 21. July 2023

 

Die Superschwitzehitze Nordindiens, Pakistans und Orga halten uns gut auf Trab - Berichte von Mustang/Nepal & Nordindien kommen erst noch!

 

Aber Lahore, da hab ich runtergeschrieben. Die Emotionen! Die sind es doch, die uns immer wieder treiben!

 

Also, ausnahmsweise bin ich beim Heartbeatblog etwas mehr up-to-date als sonst. Sind schon wieder weiter in Belutschistan, "pesen" auch weiter durch bis Armenien...

 

LAHORE - DIE EMOTIONALSTE STADT AUF UNSERER REISE

Oh Lahore – du!

Du bist die emotionalste Stadt auf unserer Reise, hast uns um den Finger gewickelt mit den Erlebnissen, die wir dort hatten, die heftig waren, die uns schockiert haben, die uns verändert haben und die uns viel Gutes gezeigt haben!

Du bist die Stadt, in der ich die ganze Zeit heulen könnte – aus Traurigkeit und genauso aus positiver Überraschung!

 

Wir sind alle benommen in dir, jeder von uns vieren trägt sein Päckchen mit sich. Jeder geht anders damit um. Du bist ein Teil unserer Geschichte, Lahore.

Letzten November waren wir da und jetzt im Juli kehren wir wieder. Der Schmerz ist da. Alles wird wieder präsent.

 

Im November war alles anders. Jetzt ist der Smog weniger, die Orte verändert und vor allem nach Indien wirkt Pakistan, was uns damals das erste Mal in dieser Stadt überrumpelt hat, sogar ruhig. Wir suchen bewusst einen anderen Stellplatz, finden einen zauberhaften geschützten am grünen Stadtrand und fragen uns, warum wir den nicht damals wählten.

 

Ja, warum ist alles so gekommen wie es kam? Für Noah und mich ist es wichtig nochmal zu der Stelle zu kehren, an der Blue gestorben ist, an der wir geschrien, geweint haben, an der Blue das letzte Mal geschrien hat. Vorher besorgen wir jede Mange Blüten. Und als wir am Gelände des Hotels ankommen, erkennen wir es kaum, weil das Hotel gibt es nicht mehr. Unser Rikschafahrer kämpft für uns, dass wir trotzdem in den Hinterhof dürfen, erzählt unsere Geschichte und die Pakistaner haben wir als mitfühlendes Volk kennengelernt. Es muss zwar über mehrere Chefs gehen, aber dann werden wir reingelasen. Der Hinterhof ist ganz verändert, kein grün mehr, nur noch grau. Wir legen ein Herz aus Blüten. Auf der Straße ist kaum Verkehr, damals ging hier die Post ab.

Nun lassen wir auch diesen Ort hinter uns.

 

Was man immer für Situationen anzieht?

Damals war es wahnsinnig viel für uns, fing an mit unzulässiger Verlängerung unseres Türkeiaufenthalts aufgrund unseres Krankseins dort, dann der Ausreisestress und Durchreise zu einer krisenhaften Zeit im Iran, was wir nicht einschätzen konnten – also war immer Anspannung da. Dann die Eskorte, die uns ständig stoppte, nicht unsere Route fahren ließ, über uns bestimmte und kaum auf unsere Bedürfnisse achtete und auch noch nie aufhörte. Dazu kam unsere Maus, die wir seit der Türkei dabei hatten und die uns zunehmend stresste, weil sie immer mehr kaputt machte: Kabel, Rucksäcke zerfraß, Lebensmittel,… sie wurde sozusagen zur möglichen Zerstörerin wichtiger Bordelektronik. Dazu nahmen wir einen jungen lieben deutschen Radfahrer mit, er schlief auch bei uns und sein Fahrrad nahmen wir IN unserem eh schon sehr engen Lebensraum immer wieder mit - insgesamt schön und abwechslungsreich, aber in der angespannten Situation eben auch unsere Konzentration nach außen legte, weg von uns selbst. Die Eskorte wurde für uns anstrengend und negativ, dazu der zügige Kulturwechsel – plötzlich waren wir in Lahore, dann Magendarm und irgendwie war es zäh. Wie man innen drauf ist, zieht man außen an. Vielleicht eine Ausrede, ein Erklärungsversuch, vielleicht war es so. Dann rannte Blue fort, kam zu uns zurück und starb. Unsere Welt blieb stehen. Auf Reisen in der Fremde ist man wesentlich enger zusammen und jeder der Reiseteams gehört so wichtig feste dazu, es fehlt das soziale Umfeld, deshalb sind alle einzelnen Seelen in der Nähe bedeutsamer. Es war so ein Schock.

Wir wuppten das, es hat lange gedauert, ich würde sagen bis wir Goa verließen.

 

Nun zurück in Lahore mit anderen Vibes in uns.

Wir staunen wieder über die Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft in Pakistan.

Wir haben einen tollen, entspannten Stellplatz.

Da kann es doch nur gut werden! Denkste!

Ha!

Gleich am ersten Tag fahren wir mit der Rikscha zur iranischen Botschaft. Unser Visum wurde zugesagt, nun dürfen wir es abholen. Nach etlichem Warten erhalten wir endlich unsere Visa zur sofortigen Mitnahme. Jetzt haben wir den Freifahrtsschein für die Rückfahrt! Auf dem Heimweg noch kalte Getränke und ein neues Kabel. In dem Laden trägt ein Mann eine massive Holzleiter aus Stämmen und trifft Finn damit am Kopf. Er klagt über zunehmende Schmerzen und ich versorge ihn, vor allem beobachte ich ihn. Zuhause angekommen geht es Finn zum Glück wieder besser, wir duschen und ruhen uns aus von der Hitze, in der nur noch der Schweiß läuft.

Am Abend räume ich auf. Und finde unsere Dokumentenmappe nicht. Völlig verrückt! Aber die Handgriffe zu dem Ort, wo sie immer lagert, sind mir so vertraut, dass ich plötzlich nicht mehr sicher bin, sie heute dorthin geräumt zu haben. Wir finden sie nicht! Sie ist weg!

Lahore hat uns noch nie Glück gebracht. Kann man das so sagen? Nein.

 

Aber ich ließ meine Tasche aus den Augen. Samt sämtlichen Fahrzeugpapieren, Carnet, Pässen (außer Simons), Visas.

Was bringts, wir müssen bis morgen warten. Wegen der Hitzeerschöpfung geht schlafen überraschenderweise ganz gut. Obwohl ich sonst der Sorgentyp bin mach ich einen Schlachtplan, wie morgen vorgehen, was tun im Falle…aber irgendwie hab ich calm of mind, bin ruhig, ganz seltsam.

Weitersuchen am Morgen bringt nix. Wir wollen nochmal alle Orte von gestern abklappern, unser bestellter, selber Rikschafahrer von gestern kommt. Simon erzählt ihm.

„Ich hab was für euch!“ grinst er.

Er hatte nachts aus dem Geschäft einen Anruf bekommen, es wurde unsere Mappe gefunden.

Seitdem haben wir unseren Rikschafahrer, der uns täglich mehrere Stunden überall hinfährt, wo wir wollen – 10 Euro (natürlich hat er ein Danke extra bekommen). Er war mit uns Wäsche waschen, Lassi trinken, hat an der Stelle, wo Blue gestorben ist am Zaun verhandelt, dass wir durch dürfen, hat mit uns Kleider, Bettlaken gekauft und zum Schneider auf Maß Laken anfertigen und Polster schneiden.

 

Lahore hat uns Glück gebracht!

Die Menschen sind so hilfsbereit, das kennen wir aus muslimischen Ländern so und lieben wir (besonders nach Indien). Zudem: Im Telefonshop zahlen sie uns die Simkartenrechnung, laden uns zum Lassi und Getränken ein, schenken uns Knabbereien…

Wir haben einfach viel gelernt über Vieles in dieser Stadt.

 

Der Stellplatz dieses Mal ist ein Traum, geschützt von der Außenwelt und mit sehr freundlichen Menschen auf dem Gelände. Wir sollen jaaa nicht dafür zahlen, dass wir Wasser und Strom nutzen! Nebenan wohnt ein so liebenswerter „Weiberhaufen“ – Frauen mit ihren Töchtern, dass ich dort gerne bin und mich austausche. Sie fragen gleich, ob wir eine Lovemarriage hatten. Sie selbst haben ihre Ehemänner bei der Hochzeit kennengelernt. Sie haben ein gutes Herz, sagen sie. Unser Rikschafahrer kommt aus armen Verhältnissen, hat vier Kinder und nimmt mich auch mit zu sich nach Hause. Vorher wird mir ein Saft gekauft, den ich Zuhause serviert bekomme. Dort ist mal wieder Stromausfall, die Wohnung sehr heiß, die Großmutter fächelt mir Luft zu (obwohl ich mehrmals sage, sie braucht es nicht), es gibt nur ein normales Bett, die Kinder schlafen auf dem Sofa oder dem Boden. Sie sind Christen und sie hatten eine Lovemarriage.

Die Pakistaner sprechen nicht über ihr Alter. Die Töchter wissen nicht das Alter ihrer Mütter. Es gehört sich nicht. Nur „ich fühle mich alt/jung…“ „du siehst jung/gut … aus“ zählt.

Ein Fingertipp an die Nase bedeutet Frau/Mädchen.

 

Für uns als Reisefamilie ist es immer eine Nummer unseren Wäscheberg zu waschen, den ich seitdem wir zwei größere Jungs haben, nicht mehr mit der Hand waschen möchte. Vor allem ist es ja auch ein Thema in diesen Ländern sauberes Wasser dafür herzubekommen. Also lieber Wäsche abgeben zum Waschen. In Lahore ist der einzige westernstyle Selflaundry Salon - Waschmaschinenladen mit Waschmaschinen wie man sie aus Europa kennt, nicht die von oben zum Füllen, und sogar Trockner (gut gegen Keime). Der ist zwar teuer wie in Europa, aber macht mir die sauberste Wäsche (sauber ist bei uns mittlerweile relativ)  und ist die einfachste Möglichkeit für unseren Megaberg vermutlich bis wir den Iran wieder verlassen. Außerdem hat gegenüber ein Pakistaner ein kleines Restaurant, für den es eine Ehre ist, uns als seine Gäste einzuladen zu seinem superleckeren selbstgemachten Lassi. Wie besonders! Er freut sich die ganze Zeit über uns und steht aufgeregt neben unserem Tisch. Das Englisch der meisten Pakistaner ist leider nicht so gut verständlich, aber mit dem Translator auf Urdu geht’s.

 

Das ein oder andere leckere kann man noch einkaufen, wir finden Wiener!!

Mit den pakistanischen Rupies müssen wir wieder neu rechnen und eigentlich bin ich die, die das schnell drauf hat, aber dieses Mal vollkommen daneben beim Einkauf und kaufe einen Nutellaeimer für 39 Euro. Also, wer uns in den nächsten Wochen trifft, der hält ne Weile und dann gibt’s Pfannekuchen mit Nutella.

Völlig verrückt.

 

Dazu diese absolute Hitze, wir sind dauerrot und erschöpft, Schweißperlen bilden sich ratzfatz und laufen runter und unsere Haut reagiert. Diverse Ventilatoren und Simons „Cooler Maschine“ helfen uns bei der Zirkulation. Die Temperatur liegt ständig im 40er Bereich, nachts geht’s sie nicht unter 35 Grad. Im Auto ists einfach wärmer als im Haus. Es kühlt erst ab 4 Uhr ab. An normalen Schlaf oder Tagesrhythmus ist dabei nicht zu denken. Irgendwie überlebt man nur. Naja, so schlimm ists auch nicht, die Jungs machen es ganz gut mit, wir müssen halt alle durch da, alle werden ruhiger und lethargischer, duschen ständig und bewegen sich nicht viel, denken geht auch nicht mehr so zackig. Vermehrte Bewegung haut sofort den Kreislauf runter. Ob das noch schlimmer wird? Jetzt kommt die trockene Hitze… aber wenn wir Lahore verlassen fahren wir…und fahren!

 

Ganz zum Schluss werde ich noch mal wieder typisch Lahore-krank. Hab zuviel extern gegessen und vertrage das nicht. Furchtbare Bauchkrämpfe, Übelkeit, wässriger Durchfall – bei der Hitze besonders wichtig auf den Elektrolyhaushalt zu achten, dass man Flüssigkeit drin behält… Ich merke bald, wie mir Nährstoffe fehlen und mein Körper zu Krämpfen neigt. Aber dann geht es doch schnell besser. Bei Kindern muss man noch achtsamer sein, aber die haben nichts. Ich desinfiziere viel in dieser Zeit, achte noch mehr auf Hygiene als sonst eh schon (das A und O – heißt nicht, dass ich Naturdreck nicht mag!).

 

Am selben Tag, wo ich jammernd im Bett liege steht jemand am Fidibus und bringt das in die Umsetzung, was wir schon lange im Kopf hatten: Simon wollte einen Peacock. Einen Pfau. Und nun hat er einen auf der Motorhaube sitzen! Und dann haben wir endlich unseren Kokosnussläufer! Juhuu!

 

Ansonsten sieht unsere betagte Omi ja schon sehr schrabbelig und zerbrechlich aus, Zähne sind ja neulich ausgefallen (Reifen), Falten nehmen immens zu (Farbe blättert ab, Risse). Wir knacken heute die 400.000 km Tacho Grenze – heißt in Realität haben wir wegen größerer Reifen mehr gemacht.

 

Lahore verlassen wir späääät. Wir müssen am übernächsten Tag in Quetta sein, um die Erlaubnispapiere für die Durchreise durch Belutschistan zu bekommen (Freitagmorgen vor dem Wochenende). Belutschistan liegt südlich von Afghanistan und da geht’s nur mit Eskorte durch. Wir fahren bewusst einen Weg dahin, wo uns die Polizei erst spät abfängt. Dieses Mal hoffen wir auf weniger Stress bei der Eskorte. Wir machen weniger Strecke mit ihnen und wissen, wie wir sie nehmen.

 

Genau in dem Moment als wir starten kommt der erlösende Platzregen! Die Luft stand vorher stickig und klebrigheiß. Es gießt eine Stunde, die Pakistaner lassen sich einfach so ohne Schutz nassregnen – ist bei den Temperaturen wohl auch die beste Lösung (sind wir nur nicht selbst gewohnt) und wir schwimmen aus Lahore raus…

…schwimmen dauert immer länger als fahren. Als wir dann endlich die Autobahn erreichen gleiten wir dahin wie ein Vogel mit Riesenschwingen! Tata! Wir lieben unsere alte Omi, Fidibus, wer kann schon nach Mustang, Nepal hochklettern über huckelige Pisten unter engen Felswänden entlang und gleichzeitig 120 kmh auf der Autobahn fahren?

 

 

Leute, wir freuen uns richtig auf Europa! Es wird Zeit bei uns! Wir freuen uns auf EUCH!

Mit Videos für die Webseite hab ich mich noch nicht befasst.

 

In Griechenland ging Instagram für uns an den Start, hat gedauert eh ich mich damit anfreunden konnte, ist nicht meins, aber „Stories“ gestalten macht immer wieder Spaß – hier sind regelmäßig (für Instagram nicht regelmäßig) Filmchen von uns zu sehen - und im "Feed" einzelne Themen . "Reels" find ich noch raus. 

 

Im WhatsApp Status kommen die meisten Videos und „Liveübertragungen“.

 

 

Polarsteps trackt uns ganz gut, ich versuche! zeitnah zu bebildern und betexten. Auch hier Videos!

 

Meta hat uns doch rumgekriegt mit seiner Einfachheit ;-)